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Kritik an Ölplänen, Freude über Dänemark

21. Januar 2008

Wattenmeer: WWF kritisiert RWE und begrüßt Nationalpark-Entscheidung Dänemarks

 

Hamburg - Der Wattenmeerschutz schreitet weiter voran. Nach Deutschland will nun auch Dänemark seinen Anteil am Wattenmeer als Nationalpark ausweisen. Dies geht laut WWF aus einer Entscheidung des dänischen Parlamentes vom vergangenen Donnerstag hervor. Demnach soll das dänische Wattenmeer ab Frühjahr 2009 Nationalpark werden. „Damit haben wir einen anspruchsvollen und glaubwürdigen Schutzstatus von Borkum über Sylt bis Skallingen“, freut sich WWF-Wattenmeerexperte Dr. Hans-Ulrich Rösner. Wie im deutschen Wattenmeer soll mit dem 1400 Quadratkilometer großen dänischen Nationalpark die einmalige Landschaft noch besser geschützt und der Tourismus gestärkt werden.  

 

Mit großer Sorge hingegen sieht der WWF die Planungen von RWE Dea für künftige Ölbohrungen und Ölförderungen im deutschen Wattenmeer. Laut einem Beitrag von ARD-Report, der heute ausgestrahlt wird, hat RWE Dea letzte Woche einen neuen Antrag auf Erkundungsbohrungen im schleswig-holsteinischen Nationalpark gestellt. Zudem will sich der Konzern weitere Zugriffsrechte für die Ölausbeutung im Nationalpark sichern.  

 

„Ölbohrungen haben im Nationalpark nichts zu suchen. Ein solches Ansinnen ist nicht nur unmoralisch, es verstößt auch gegen deutsches und europäisches Naturschutzrecht“, betont der WWF-Sprecher. „Sollte RWE Dea eine rechtswidrige Genehmigung erhalten, wird der WWF  gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden dagegen klagen.“ Der WWF verweist darauf, dass neue Ölförderungen im Wattenmeer unabhängig von der Verleihung des angestrebten Welterbe-Titels nicht mit geltendem Recht vereinbar seien.  

 

Damit künftig Klarheit herrsche, müsse das deutsche Bergrecht geändert werden. Nationalparke sollten generell von der Rohstoffförderung ausgenommen werden, fordert der WWF. „Das Gerüst des Bergrechts stammt aus der Frühzeit des Raubtierkapitalismus – es hat mit einer modernen, ökologischen Wirtschaftsweise nicht zu tun. Rohstoffförderung um jeden Preis darf es in Deutschland nicht mehr geben“, sagt Rösner.

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