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Leopard gerettet, Baikalsee noch bedroht

16. Februar 2006

WWF fordert Nachbesserungen bei der Route der Ostsibirien-Pazifik Ölpipeline

 

Frankfurt a.M., 16. Februar 2006-Der WWF begrüßt die Entscheidung des russischen Bundesamts für Umwelt, die Pläne für die umstrittene Ölpipeline zwischen Ostsibirien und der Pazifikküste teilweise zurückzuweisen. Damit ist der Bau durch das einzige Meeresschutzgebiet Russlands vorerst gestoppt. Nach den Entwürfen sollten die umfangreichen Hafenanlagen der über 4.000 Kilometer langen Pipeline in der bislang unverbauten, idyllischen Bucht Perevoznaya im Südwesten der Provinz Primorye enden. Die intensive Bebauung der Bucht und die Pipeline selbst hätten den Lebensraum der letzten 40 Amurleoparden zerschnitten und zerstört. Insgesamt kommen 15 Prozent der bedrohten Arten Russlands in diesem sensiblen Gebiet vor, darunter auch der Amurtiger.

 

 

 

Die russische Behörde folgte dem ökologischen Gutachten einer Gruppe von Wissenschaftlern und Umweltschützern. Diese hat den bestehenden, bereits industriell genutzten Hafen Nakhodka östlich von Wladiwostock als Alternative vorgeschlagen. Der WWF unterstützt diesen Vorschlag, denn so verschont die Route der Pipeline die ökologisch wertvolle Region im Südwesten von Primorye, die unmittelbar an China und Nordkorea angrenzt.

 

 

 

Nachbesserungsbedarf sieht der WWF aber noch bei dem geplanten Verlauf der Pipeline, die zum Teil bis zu 700 Meter an den Baikalsee heranführt. 'Bleiben die Planungen wie sie sind, kann ein Ölunfall zu einer ökologischen Katastrophe führen: Der größte Süßwassersee der Welt könnte sehr schnell vergiftet sein', sagt Frank Mörschel, Russlandexperte des WWF. Um das Wassereinzugsgebiet des Baikalsees zu sichern, fordert der WWF deshalb einen zweiten Vorschlag für die Pipelineführung in diesem Bereich.

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