Content Section

Letzte Winterruhe für die Alpenbären?

21. November 2007

WWF warnt vor einer erneuten Ausrottung der Braunbären

 

Frankfurt a.M. - Dieser Tage bereiten sich die Bären im Alpenraum auf ihre Winterruhe vor. Die kalte Jahreszeit verbringen sie meist in Höhlen, die sie zwischendurch immer wieder für kleine Ausflüge verlassen. Am Ende des Bärenjahres 2007 zieht der WWF Bilanz.  

 

„Wir freuen uns, dass 2007 wieder mehrere Braunbären aus dem italienischen Trentino nordwärts bis an die Grenze von Tirol, nach Südtirol und in die Schweiz gewandert sind“, begrüßt Volker Homes, WWF-Artenschutzexperte die Bären-Migration. „Allerdings sind wir darüber besorgt, dass in den vergangenen Jahren im Trentino und in Österreich etliche Bären spurlos verwunden sind“, so Homes weiter. Man habe noch keine Hinweise auf den Verbleib dieser Tiere und könne deshalb auch illegale Abschüsse nicht ausschließen. Auch die hinterhältigen Giftanschläge auf drei Bären im italienischen Nationalpark Abruzzen in diesem Jahr zeigen, dass noch viel für die Akzeptanz von Bären getan werden müsse.  

 

„Es ist fünf vor zwölf: Wenn sich jetzt nicht alle Alpenländer gemeinsam tatkräftig für den Bärenschutz einsetzen, sind die Bären der Alpen bald ein zweites Mal ausgerottet“, mahnt Homes eindringlich. Nur noch 38 Tiere gibt es derzeit in den Ostalpen – für ein langfristiges Überleben zu wenig. Ein vom WWF 2007 vorgelegter Statusbericht zeigt aber, dass für die Bären in Österreich, Bayern, Italien, sowie in Teilen der Schweiz und Sloweniens genügend geeigneter Lebensraum vorhanden wäre.  

 

Zur Aufklärung des ungeklärten Bärenschwundes wurde 2007 in Österreich erstmals auch das Bundeskriminalamt (BKA) aktiv. Außerdem sollen die wenigen verbliebenen Bären in den Nördlichen Kalkalpen mit einem Sendehalsband ausgestattet werden. Auf diese Weise könnten die Bärenanwälte ihre Schützlinge besser erforschen und überwachen, so der WWF. Bedingung für einen gesunden Bestand an Braunbären ist es außerdem, die natürlichen Wanderbewegungen der Trentiner Bären nach Norden zu fördern. Des Weiteren gilt es, die mit 300 bis 700 Tieren vergleichsweise hohe Population in den südlich der Alpen gelegenen Gebieten Sloweniens zu sichern. Denn auch diese Tiere wandern und stützen die Bestände in Italien und Österreich.  

 

In Bayern wurde im April 2007 erstmals ein Managementplan für den Umgang mit dem Wildtier Bär vorgestellt. Er dient den Behörden als Leitfaden und Informationsquelle für den möglichen Besuch von Bären. Laut WWF ist auch Bayern als Heimat für Bären geeignet. Und sie wären auch willkommen: In einer WWF-Umfrage gaben mehr als die Hälfte der bayerischen Bürger an, eine Rückkehr von Meister Petz zu begrüßen.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken