Content Section

Licht ins Dunkel des Holzhandels

20. März 2006

WWF und DBU fördern neue Analysemethode, um die Herkunft von Holz nachzuweisen

 

Frankfurt, 20.03.2006-Anlässlich des internationalen Tags des Waldes am 21. März 2006 weist der WWF darauf hin, dass nach wie vor bis zu 80 Prozent des Holzes in den Regenwäldern am Amazonas, in Indonesien oder im Fernen Osten Russlands illegal gefällt werden. Dieses illegale Holz landet auch auf dem deutschen Markt, ohne dass die Verbraucher dies erkennen können. Das wird sich jetzt ändern. Der WWF treibt mit der Firma Agroisolab und mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein neues Analyseverfahren voran: Anhand der Isotopenzusammensetzung einer Holzprobe kann man auf deren Herkunftsland schließen. Das Verfahren, das aus der Lebensmittelbranche stammt, wird ab sofort in der europäischen Papierindustrie eingesetzt.

 

 

 

'Wenn wir beweisen können, woher das Holz für unser Papier und unsere Möbel kommt, werden die Importeure gezwungen sein, ihr Holz eindeutig zu deklarieren. Für falsch deklariertes und damit möglicherweise illegales Holz ist dann kein Platz mehr in den Regalen, weil das schließlich niemand kaufen möchte', meint WWF-Forstexperte Johannes Zahnen. 'Von der Isotopenmethode versprechen wir uns, dass die Vermarktung illegaler Hölzer drastisch sinkt', ist auch DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde vom Erfolg des gemeinsamen Projekts überzeugt. Die DBU fördert die Entwicklung der neuen Methode mit 100.000 Euro.

 

 

 

Anhand der Isotopenzusammensetzung des Holzes kann das Labor Agroisolab aus Jülich bestimmte Regionen als Herkunftsland ausschließen. Behauptet ein Unternehmen, das angebotene Holz stamme nicht aus Russland, sondern aus einer Region, in der der illegale Holzeinschlag weniger stark verbreitet ist, kann der WWF dies nun eindeutig widerlegen. Bislang musste sich WWF-Experte Johannes Zahnen auf die Aussagen der Unternehmen verlassen, wenn er Licht ins Dunkel des Holzhandels bringen wollte. Ebenso erging es den Verbrauchern zum Beispiel beim Kauf von Gartenmöbeln. Zahnen: 'Mit falschen, ungenauen und verschleierten Angaben beim Holzhandel ist Schluss. Bislang gaben manche Händler falsche Herkunftsländer an. Jetzt müssen die Unternehmen ihre weiße Weste nachweisen, wenn sie glaubwürdig bleiben wollen.' In der nächsten Zeit wird der WWF gezielt Holz-Proben aus Schweden, Russland, Finnland, aus den baltischen Staaten, Polen, Indonesien und Malaysia analysieren lassen. Diese Staaten sind für den deutschen Holzimport entscheidend. Mithilfe dieser neu gewonnenen Daten wird der WWF eine Referenzdatenbank mit Holzmustern aufbauen.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken