Content Section

Magnete könnten tausende Haie retten

11. Mai 2006

WWF verleiht Preis für intelligente Fischerei-Methode

 

Hamburg/Brüssel, 11. Mai 2006: Jahr für Jahr verenden tausende Haie unabsichtlich als so genannter 'Beifang' der industriellen Langleinen-Fischerei. Dabei haben es die Fischer nicht auf Haie, sondern auf Tunfisch und Schwertfisch abgesehen. Ein kleiner, starker Magnet oberhalb der Angelhaken könnte die Haie abschrecken und so vor dem qualvollen Tod bewahren. Denn Haie reagieren stark auf magnetische Felder. Für diese innovative Idee verleiht der WWF heute dem Forscher Michael M. Herrmann von der amerikanischen Organisation 'SharkDefense' den mit 20.000 Euro dotierten Preis für 'Schlaue Netze'.

 

 

 

Die industrielle Fischerei setzt Langleinen von über 100 Kilometern und mit bis zu 30.000 Haken ein. Wie auch bei anderen Methoden kommt es hier zu massiven Beifängen. In den letzten 18 Jahren sind nach Angaben des WWF im Nordostatlantik einige Haibestände um bis zu 90 Prozent zurückgegangen, darunter Hammer- und Fuchshaie. Hauptursache für den Artenschwund ist der Beifang.

 

 

 

'Durch Beifang werden jedes Jahr viele Millionen Tonnen Fisch verschwendet, die nach dem Fang einfach wieder als Abfall über Bord gekippt werden. Zudem fallen Hunderttausende Seevögel, Säugetiere und Meeresschildkröten zerstörerischen Fischereimethoden zum Opfer. Der WWF fördert intelligente Wege wie den Hai-Magneten, um die Beifänge drastisch zu reduzieren', erläutert Alfred Schumm, Leiter des Internationalen WWF-Zentrums für Meeresschutz in Hamburg.

 

 

 

Für den Wettbewerb 'Schlaue Netze', den der WWF seit 2004 durchführt, hatten 80 Teilnehmer aus 26 Ländern, darunter auch ein Deutscher, Vorschläge eingereicht. Die Preisverleihung findet heute im Rahmen einer Internationalen Fischhandelsmesse in Brüssel statt. Den Gewinner hatte eine unabhängige Jury von Wissenschaftlern, Fischern, Ingenieuren sowie Vertretern der Fischereiindustrie und von Umweltverbänden ausgewählt.

 

 

 

Der WWF fordert die EU auf, ihre schon 2002 gefassten Pläne für eine nachhaltige Fischerei und weniger Beifang endlich in die Tat umzusetzen. Die EU-Fangflotte zählt nach Angaben des WWF weltweit zu den Fischereien mit den höchsten Beifangmengen. 'Der WWF-Wettbewerb für ‚Schlaue Netze’ zeigt, dass es Lösungen für eine umweltschonende Fischerei gibt. Es gibt keine Ausrede mehr für die EU und andere internationale Organisationen, ein so hohes Maß an Verschwendung zu akzeptieren', sagte der Generaldirektor des WWF International, Jim Leape, vor der Preisverleihung in Brüssel.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken