Content Section

Milliarden Euros in Flammen aufgegangen

17. August 2006

 

Frankfurt, 17. August 2006: Nachdem die verheerenden Feuer eingedämmt sind, die in den letzten zwei Wochen in Spanien wüteten, zieht der WWF ein erstes Resümee: Die Umweltschützer schätzen, dass in diesem Jahr schon mehr als 110.000 Hektar in Rauch aufgingen, drei Viertel davon allein in der nordspanischen Provinz Galicien. Das wäre die schlimmste Bilanz der letzten zehn Jahre. Laut WWF kostet es 13.500 Euro pro Hektar, nur die gröbsten ökologischen sowie die wirtschaftlichen und sozialen Schäden der Waldbrände in Spanien zu beheben. Darin sind die nur schwer kalkulierbaren und langfristigen Folgekosten durch Bodenerosion und den Verlust der Bodenfruchtbarkeit noch nicht enthalten.

 

"Dieses Jahr gingen in Spanien schon fast 1,5 Milliarden Euro in Flammen auf, weil es die Behörden noch immer nicht geschafft haben, den Waldbränden ausreichend vorzubeugen", schätzt Nina Griesshammer, Waldexpertin des WWF Deutschland. "Dabei muss dringend gehandelt werden, denn die Zahl der Waldbrände hat sich in Spanien seit den 1960er Jahren verzehnfacht." Doch die zuständigen Behörden reagierten auf diese beinahe schon "zur Gewohnheit" gewordenen Umweltkatastrophen nur sehr langsam. Erste Schritte, den Ausbruch der Flächenbrände durch entsprechende Naturschutzgesetze und eine interministerielle Zusammenarbeit von vornherein zu verhindern, seien zwar im vergangenen Jahr gegangen worden, diese reichten nach Ansicht des WWF allerdings nicht aus. Bereits 2005 hatte Spanien eine Reihe verheerender Feuersbrünste durchlitten, denen insgesamt 174.000 Hektar zum Opfer fielen.

 

Der WWF fordert seit Jahren, die im gesamten Mittelmeerraum weit verbreitete fahrlässige und bewusste Brandstiftung einzudämmen. "Brandstiftung ist die Ursache Nummer eins für Waldbrände", erläutert Griesshammer. "Dabei muss es sich nicht um die nun vielerorts verdächtigten Feuerteufel handeln, ganz oft führt ein einfaches Lagerfeuer oder eine achtlos weggeworfene Zigarette dazu, dass sich ein riesiger Flächenbrand ausbreitet." Um dies zu verhindern, helfe einzig und allein Abschreckung, meint Griesshammer: "Brandstiftung ist kein Kavaliersdelikt, sondern sollte mit empfindlichen Strafen geahndet werden, um die Menschen beim Besuch im Wald zu mehr Achtsamkeit zu bringen."

 

Nina Griesshammer führt die steigende Zahl der Waldbrände auf einen grundlegenden Wandel in der Landnutzung, auf zunehmende Wasserknappheit, auf extreme Hitzewellen und auf eine fehlgeleitete Forstpolitik zurück.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken