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Millionen Haie verenden qualvoll

19. Juli 2007

WWF-Studie kritisiert Langleinen-Fischerei im Atlantik

 

Hamburg - Im Südost-Atlantik verenden jährlich sieben Millionen Haie und Rochen als ungewollter Beifang der kommerziellen Langleinen-Fischerei auf Tunfisch*, Schwertfisch und Seehecht. Dies geht aus einer aktuellen WWF-Studie hervor. 5,5 Millionen Blauhaie und 1,1 Millionen der auf der Roten Liste als gefährdet eingestuften Kurzflossen-Makos kommen qualvoll ums Leben. Die von großen Fangschiffen ausgebrachten und bis zu 100 Kilometer langen Kunststoffseile mit tausenden Haken werden auch für 34.000 Seevögel wie den Albatross und über 4.000 Meeresschildkröten zur Todesfalle, so der Report.  

 

„Diese Zahlen sind vorsichtig kalkuliert, weil wir nur die offiziellen Fänge zugrunde legen. Die Dunkelziffer ist aufgrund der illegalen Fischerei hoch“, so WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper. Der WWF schätzt, dass in allen Weltmeeren jedes Jahr 300.000 Seevögel und eine Viertelmillion Meeresschildkröten in die Haken der Langleinen-Fischer verbeißen und dann sterben.  

 

Die betroffenen Länder Südafrika, Namibia und Angola müssten wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen, um die Beifänge zu verringern, fordert der WWF. Die Umweltschützer empfehlen den Einsatz moderner Fangmethoden. So könne ein so genannter Hai-Magnet, der direkt oberhalb der Haken angebracht wird, Haie abschrecken und die Beifänge verringern. Spezielle Rundhaken könnten verhindern, dass sich Meeresschildkröten in den Haken der Langleinen Fischer verfangen. Um Albatrosse und andere Seevögel zu schützen, empfiehlt der WWF „Vogelscheuchen-Leinen“. Farbige Bänder schrecken die Vögel ab. Diese Methode sei in Südafrika zwar schon vorgeschrieben, werde aber noch längst nicht von allen Fischern eingesetzt.  

 

Mit einem Wettbewerb für „Schlaue Netze“ fördert der WWF innovative Fangmethoden, um Beifänge zu verringern. Noch bis zum 31. Juli können Tüftler Vorschläge einreichen. Es winken Preise bis zu 55.000 Euro.  

 

Experten schätzen die Beifänge und Rückwürfe der globalen Fischerei auf bis zu 30 Millionen Tonnen jährlich. „Es ist der pure Wahnsinn, dass Millionen Meerestiere jährlich sterben müssen, obwohl sie ohne wirtschaftlichen Nutzen sind. Zerstörerische Fischereipraktiken bringen ganze Hai-, Seevogel- und Meeresschildkröten-Arten an den Rand des Aussterbens“, so WWF-Expertin Vesper.  

 

* Fischerei auf Südlichen Roten Tun, Weißen Tun und Großaugentun

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