Content Section

Millionen Menschen von Dürre in China betroffen

08. Juni 2011

Regenfälle bringen nur teilweise Besserung

 

Peking/Frankfurt - Teile des Gebietes des Jangtse Flusses in China leiden unter der schlimmsten Dürre seit rund 50 Jahren. Seit März blieben in vielen Regionen die Regenfälle aus. Illegale und ineffiziente Wassernutzung und der Mangel an Abstimmung in Bezug auf die am Jangtse etablierte Wasserinfrastruktur verstärken die Auswirkungen der Wasserknappheit. Glücklicherweise nimmt seit Freitag dank starker Regenfälle die Trockenheit in einigen Regionen ab. Jedoch kam es in den Provinzen Guizhou, Jiangxi und Hunan stattdessen zu Hochwasser.  

 

"Diese Dürre ist selbst für die Trockenheit gewohnten Provinzen Chinas dramatisch", so Martin Geiger, Wasserexperte beim WWF Deutschland. "35 Millionen Menschen am Mittel- und Unterlauf des Jangtse sind betroffen, akuter Trinkwassermangel bedroht auch nach den starken Regenfällen noch über zwei Millionen Menschen."  

 

Nach offiziellen Angaben hat die Dürre bislang Schäden in Höhe von rund 2,3 Millionen US-Dollar verursacht. Der WWF hält diese Zahl aber für zu niedrig angesetzt, da neben der Landwirtschaft auch die Fischwirtschaft, die Wasserkraft und die Trinkwasserversorgung direkt betroffen sind. Langjährige Investitionen des WWF sind entlang des Mittel- und Unterlaufs des Jangtse zunichte gemacht.  

 

"Es ist schwierig dieses Ereignis wissenschaftlich unmittelbar dem Klimawandel zuzuordnen, aber es könnte ein Vorbote dessen sein, was uns in Zukunft in China und vielen anderen trockenen Regionen dieser Welt ereilen könnte", so Geiger. "Die aktuellen heftigen Regenfälle in Teilen der Jangtse-Region dürfen nicht dazu verleiten, jetzt diese Dürre ad acta zu legen und untätig die nächste abzuwarten."  

 

Der WWF hält es für dringend notwendig, Wasser vom Jangtse auch in betroffene Feuchtebiete zu leiten, die durch den Bau des Drei-Schluchten-Staudamms teilweise vom Wasser des Jangtse abgeschnitten wurden. Mittel- und langfristig muss China sein Wassermanagement deutlich verbessern und sich den Risiken von Trockenperioden besser anzupassen. Verantwortlich für die sich weiter verschärfende Wasserkrise in China ist neben den längeren Trockenperioden und Bodenerosion vor allem Wasserverschwendung. Seit 1949 hat sich der Wasserbrauch in China in etwa verfünffacht. Bis zu 70 Prozent des verbrauchten Wassers wird in der Landwirtschaft eingesetzt. Vor allem im trockenen Norden und am mittleren Jangtse ist man auf Bewässerungssysteme angewiesen. Aufgrund veralteter Bewässerungsanlagen und hoher Verdunstungsraten kommt höchstens die Hälfte des Wassers auf den Feldern an.  

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken