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Mini-Fisch: Das kleinste Opfer der Holzmafia

25. Januar 2006

Raubbau an Sumpf-Regenwäldern Indonesiens gefährdet unbekannte Artenvielfalt

 

Frankfurt, 25. Januar 2006-Der in den indonesischen Regenwäldern entdeckte kleinste Fisch der Welt ist nach Einschätzung des WWF durch massiven Raubbau gefährdet. 'Die Tropenwälder Indonesiens drohen zu verschwinden, bevor wir überhaupt eine Chance haben, ihren Artenreichtum zu erforschen', so WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer. Deutsche Biologen hatten den Mini-Fisch (Paedocypris progenetica) in den Sumpfwäldern der Insel-Sumatra entdeckt. Manche Exemplare des bislang kleinsten bekannten Wirbeltieres der Welt werden nur knapp acht Millimeter groß - das entspricht der Größe einer Mücke.

 

 

 

Mehr als 70 Prozent des in Indonesien eingeschlagenen Holzes stammt aus illegalem Raubbau. Auch vor den artenreichen Sumpf-Regenwäldern macht die gut organisierte Holzmafia nicht halt. 'Der Mini-Fisch könnte zum kleinsten Opfer der Holzmafia werden', fürchtet Griesshammer. Die Insel Sumatra hat nach Angaben des WWF bereits einen Großteil ihres Waldes verloren. Allein in der zentralen Provinz Riau sind zwischen 1982 und 2004 etwa 54 Prozent der Wälder verschwunden - darunter auch wertvolle Sumpfwälder. Hier wachsen begehrte Holzarten wie Ramin oder Meranti. Zudem werden Sumpfregenwälder für Plantagen abgeholzt und trockengelegt.

 

 

 

Der Kahlschlag hat bereits den Sumatra-Tiger, den Orang-Utan und das Sumatra-Nashorn an den Rand des Aussterbens gebracht. Der WWF engagiert sich für den Ausbau der Schutzgebiete und verhandelt mit holzverarbeitenden Unternehmen, um den Raubbau zu stoppen. Erst vor wenigen Tagen waren WWF-Mitarbeiter auf Sumatra aufgrund der Sperrung nicht genehmigter Holzfäller-Straßen von der aufgebrachten lokalen Bevölkerung bedroht worden, die um ihre Einnahmen aus dem illegalen Holzeinschlag fürchten. Auch Deutschland profitiert vom Kahlschlag: Jedes Jahr wird allein aus Indonesien illegales Holz im Wert von 150 Millionen Euro importiert.

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