Content Section

Nachhaltig trotz Finanzmarktkrise

08. Dezember 2008

WestLB veröffentlicht Geschäftsgrundsätze für Umwelt und Soziales. WWF: Andere Landesbanken müssen folgen.

 

Frankfurt - „Die WestLB benutzt die Finanzmarktkrise nicht als fadenscheinige Ausrede, um Klima- oder Umweltschutzziele aufzuweichen, sondern bekennt sich öffentlich dazu“, lobt WWF-Banken-Referent Martin Geiger. „Trotz der aktuellen Diskussionen um die zukünftige Eigentümer-Struktur hält die Landesbank an der Umsetzung einer nachhaltigen Geschäftspolitik fest, die das Kerngeschäft der Bank und nicht nur betrieblichen Umweltschutz zum Ziel hat.“ Die WestLB ist bereits seit 2003 Unterzeichner der Equator Principles, die den internationalen sozial-ökologischen Benchmark im Bereich der Projektfinanzierung darstellt.  

 

„Die Anfang Dezember vorgestellten Geschäftsgrundsätze für Umwelt und Soziales sind international konkurrenzfähig. Vor allem gelten sie ohne Ausnahme für alle Geschäftsbereiche“, so WWF-Referent Geiger. Sie gehen damit weit über die Nachhaltigkeits-Standards der Equator Principles hinaus, die nur auf Projektfinanzierungen beschränkt sind. In den Grundsätzen werden klare und weitreichende Vorgaben bezüglich Investitions-Kriterien für einzelne Sektoren wie Forstwirtschaft, Biomasse, Rohstoffe und Staudämme genannt. Außerdem bekennt sich die West LB mit einer noch zu entwickelnden Klimapolitik (bezogen auf direkte und indirekte Emissionen) zu dem Ziel, den globalen Temperaturanstieg unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen. „Nachdem die Grundsätze formuliert und nun öffentlich gemacht wurden, kommt es jetzt auf eine zügige Umsetzung und Darstellung dessen Fortschritts, sowie auf eine umgehende Entwicklung der Klimapolitik an“, sagt Martin Geiger.  

 

Keine andere Landesbank hat nach WWF-Angaben auch nur annähernd ähnlich umfassende Nachhaltigkeits-Grundsätze veröffentlicht, ist den Equator Principles beigetreten oder hat sich öffentlich zur Entwicklung einer Klimapolitik verpflichtet. Meist beschränkten sich die Institute auf betrieblichen Umweltschutz oder gesellschaftliches Engagement. Einige verkündeten zwar, sich an den internationalen Umwelt- und Sozial-Standards der Weltbank zu orientieren, in der Praxis hätten sie sich öffentlich jedoch nicht eindeutig dazu verpflichtet. Die Anteilseigner der anderen deutschen Landesbanken sind im Wesentlichen die jeweiligen Bundesländer, Sparkassenverbände, sowie Großstädte wie Hamburg, Bremen und Stuttgart, wobei die öffentliche Hand in den meisten Fällen die Anteilsmehrheit besitzt.  

 

„Andere Landesbanken müssen dem Beispiel der WestLB folgen. Es muss Schluss damit sein, dass Banken in öffentlicher Hand keine eindeutigen und öffentlich nachvollziehbaren, anspruchsvollen Umwelt- und Sozial-Standards verfolgen“, so Martin Geiger. Nach Ansicht des WWF darf die Finanzmarktkrise keine Ausrede sein, um Umwelt- und Klimaschutz zu vernachlässigen. Im Gegenteil. „In jeder Krise steckt die Chance auf Wandel und Erneuerung. Die Banken müssen diese Chance ergreifen.“

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken