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Nachruf auf Heinz Sielmann

09. Oktober 2006

 

Der Naturschutz hat einen seiner größten Pioniere verloren: Am 6. Oktober 2006 ist Heinz Sielmann im Alter von 89 Jahren in München verstorben. Der vielfach preisgekrönte Tierfilmer hatte von Beginn der sechziger Jahre über drei Jahrzehnte lang den deutschen Fernsehzuschauern die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Wildnis ins Wohnzimmer gebracht und damit entscheidend dazu beigetragen, uns alle für das Anliegen des Naturschutzes zu sensibilisieren. Zuvor hatte er sich bereits mit legendären Kinofilmen wie „Zimmerleute des Waldes“ (1954), „Herrscher des Urwaldes“ (1959) und „Galapagos“ (1962) einen internationalen Namen gemacht. Den ersten Tierfilm „Vögel über Haff und Wiesen“ drehte er bereits 1938.  

 

Sein Ideenreichtum, auch mit neuen Filmtechniken Tiere ungestört zu filmen und so bis dahin Ungesehenes sichtbar zu machen, war wegweisend für das gesamt Genre. In „Zimmerleute des Waldes“ filmte er 1954 beispielsweise Spechte im Inneren einer für die Kamera extra präparierten Baumhöhle. Es war der Mitbegründer des WWF, Sir Peter Scott, der Sielmann der BBC empfahl, die dann fortan viele Filme des Tierfilmers übernahm und ebenfalls ausstrahlte.  

 

Im WWF Deutschland engagierte sich Heinz Sielmann seit Anfang der achtziger Jahre im Stiftungsrat und später im Kuratorium nicht nur für den Erhalt der wertvollsten Lebensräume und Arten. Er setzte sich vor allem dafür ein, Kinder und Jugendliche stärker an die Natur heranzuführen – ganz nach seinem Motto „nur was wir kennen, und lieben, sind wir auch bereit zu schützen“. Aus dieser Überzeugung heraus rief Heinz Sielmann 1994 gemeinsam mit seiner Ehefrau Inge die „Heinz-Sielmann-Stiftung“ ins Leben. Sie sichert – unter anderem gemeinsam mit dem WWF – große, noch unzerschnittene Naturflächen in Brandenburg durch Ankauf und Pflege.  

 

Für sein Lebenswerk ehrte der WWF Heinz Sielmann bereits 1993 als herausragende Persönlichkeit des Naturschutzes mit der höchsten Auszeichnung, der „Goldenen Arche“.  

 

Heinz Sielmann ist in herausragender Weise mit der Geschichte des deutschen Naturschutzes und des WWF Deutschland verbunden. Wir danken ihm und werden ihn in großen Ehren halten – auch durch unseren weiteren Einsatz für seine Naturschutz-Ziele.  

 

Dr. Peter Prokosch

 

CEO WWF Deutschland

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