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Stand: 10.05.2016

Natura 2000 – eine europäische Erfolgsgeschichte

Sarek National Park in Nordschweden © Wild Wonders of Europe / Cairns / naturepl
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Es ist das weltweit größte Netz von Schutzgebieten: Natura 2000. Hier sind alle Schutzgebiete der Vogelschutz- sowie der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) gebündelt. Auf den Flächen von Natura 2000 nisten Seidenreiher in Nordfrankreich, leben Schildkröten auf Sizilien und suchen Polarfüchse in den Weiten Finnlands ihre Nahrung. Diese Gebiete haben sowohl für die Natur als auch für den Menschen einen unschätzbaren Wert: Gereinigtes Wasser, saubere Luft, Erholungsräume und Kohlenstoffspeicherung sind Vorteile des Natura 2000-Netzwerks.

Die Naturschutzgesetze und das Natura 2000-Gebietsnetz sind die wichtigsten Eckpfeiler für den Schutz der Biodiversität in Europa und helfen auch, die Ziele des UN-Abkommens über die biologische Vielfalt zu erreichen. Ziel von Natura 2000 ist es, ein Netz geschützter Lebensräume über ganz Europa hinweg in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu schaffen. Mehr als 27.000 Gebiete gehören inzwischen zu Natura 2000, sie bedecken etwa 19 Prozent der Landfläche der EU. Hier werden die wertvollen europäischen Tier- und Pflanzenarten geschützt – Fischotter und Luchse, Federgras und Wasserfenchel. 

 

Die Vorteile, die Natura 2000 bewirkt – so auch die Schaffung von Arbeitsplätzen, die CO2-Speicherung oder auch die öffentliche Erholung – werden auf 200 bis 300 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Dem gegenüber stehen vergleichbar geringe Kosten: Für die vollständige Ausweisung der Natura 2000-Schutzgebiete müssten die EU-Staaten pro Jahr etwa sechs Milliarden Euro aufbringen.

Euopäische Luchs-Familie © Fritz Poelking / WWF

Endlich auf dem Weg zum Ziel!

Der rechtliche Schutz von Natura 2000-Gebieten ist auf dem richtigen Weg. Doch darf nicht vergessen werden: Deutschland ist auf diesem Weg noch einige Schritte hinterher – das bemängelte auch die EU-Kommission. Bereits Ende der 1990er Jahre wurde Deutschland von ihr sogar vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt, weil nicht genügend Natura 2000-Gebiete gemeldet wurden. Und auch heute besteht noch Nachholbedarf: Für 2.663 Gebiete – und damit mehr als die Hälfte der 4.700 gemeldeten Natura 2000-Gebiete – hat Deutschland bis zum vergangenen Jahr noch nicht den notwendigen rechtlichen Schutz der Gebiete mit gefährdeten Lebensräumen und Arten eingeräumt. In den Bundesländern läuft deshalb die Unterschutzstellung der Naturschutzgebiete auf Hochtouren. Das muss nun fortgesetzt werden, statt auf EU-Ebene mit neuen Regelungen für Rechtsunsicherheit zu sorgen und die wichtigen Fortschritte beim Naturschutz zu gefährden. Denn es darf nicht vergessen werden: Noch immer befindet sich die Natur in keinem guten Zustand, weder in Deutschland noch in der EU. Die Lage bleibt kritisch.

Natur im Überblick

Übersicht über alle Natura 2000-Projekte (Klick öffnet Karte in neuem Fenster) © Google / WWF
Übersicht über alle Natura 2000-Projekte (Klick öffnet Karte in neuem Fenster) © Google / WWF

Mit der Natura 2000 Karte zeigt der WWF, wo die wertvollen Natura 2000-Gebiete liegen und wo in Europa gefährdete Arten in unverzichtbaren Lebensräumen zu Hause sind. Das gilt natürlich auch für Deutschland: Die EU-Naturschutzgesetze schützen hierzulande Gebiete vom Moorgürtel in der Nähe von Hamburg über die Sandkiefernwälder in der östlichen Untermainebene bis zu Weihern und Mooren im Allgäu.


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