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Naturschauspiel auf den Halligen

21. April 2006

Besucher können Ringelganstage trotz Vogelgrippe unbeschwert genießen

 

Husum/Hamburg, 21. April 2006-Naturfreunde können trotz der in den letzten Monaten in Deutschland aufgetauchten Vogelgrippefälle unbeschwert Vögel in freier Natur beobachten. Darauf weist der WWF anlässlich der Ringelganstage auf den nordfriesischen Halligen vom 22. April bis zum 13. Mai hin. Die seit 1998 jährlich durchgeführten Ringelganstage sind mit ihrem umfangreichen Programm ein Gänseerlebnis für die ganze Familie (www.ringelganstage.de). Sie bieten Exkursionen, Vorträge, Tierbeobachtungen sowie ein Kultur- und Kinderprogramm rund um das Naturschauspiel.

 

 

 

In diesen Wochen rasten fast hunderttausend Ringelgänse im Bereich des Nationalparks Wattenmeer, davon mehrere zehntausend in der 'Biosphäre Halligen' in Schleswig-Holstein. Das Wattenmeer mit seinen großflächigen Salzwiesen ist für die Gänse das bedeutendste Rastgebiet auf dem Weg von ihren Überwinterungsgebieten an den Küsten Frankreichs, Englands und der Niederlande zu ihren Brutgebieten an der Eismeerküste Nordsibiriens. Bis etwas Mitte Mai tanken sie im Wattenmeer Energie, bevor sie zu ihrer langen Reise in die Arktis aufbrechen. Nach einer Zwischenlandung bei Seegrasgebieten im Weißen Meer führt diese sie zu der mehr als 4.000 Kilometer entfernten Halbinsel Taimyr in Nordsibirien. Wenn die Gänse im Juni dort ankommen, sind große Teile der Tundra noch schneebedeckt. Wie das Wattennmeer sind auch große Teile des Brutgebietes geschützt: Initiativen des WWF trugen dazu bei, dass Russland dort in den 90er Jahren das 'Große Arktisreservat' ausgewiesen hat.

 

 

 

Noch in den 50er Jahren war die 'Dunkelbäuchige Ringelgans' - so der genaue Name der kleinsten Meeresgans - vom Aussterben bedroht. Entlang ihres gesamten Zugweges lauerten die Jäger. 'Internationale Schutzbemühungen haben für eine deutliche Erholung der Bestände gesorgt: Heute zählen wir über 200.000 Tiere', so Rösner. Erfreulich ist auch die Entwicklung auf den Halligen, wo die Bewohner die Ausweisung ihres Gebietes als Biosphärenreservat vorangetrieben haben. Die von Gemeinden, Naturschutzverbänden und Nationalpark-Service organisierten Ringelganstage sind ein Symbol dafür, dass der Schutz der Natur auch wirtschaftliche Vorteile-etwa im Tourismus-bringt.

 

 

 

Die Vogelgrippe könne man bei den Ringelganstagen oder bei anderen Exkursionen in Deutschlands Naturgebiete getrost ignorieren: 'Für Vogelbeobachter besteht keine Gefahr', betont Hans-Ulrich Rösner vom WWF-Wattenmeerbüro in Husum. Es sei extrem unwahrscheinlich, dass in Deutschland jemand auf infizierte Vögel oder infizierten Vogelkot trifft und sich dann auch noch ansteckt. 'Und wer ganz sicher gehen will, braucht Vögel, Vogelkot oder Vogelfedern nicht anzufassen', rät Rösner.

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