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Neues Meeresparadies entdeckt

19. September 2006

WWF fordert weltweiten Schutz von Korallenriffen

 

Hamburg, 19. September 2006 - Forscher haben in Indonesien ein neues Meeresparadies entdeckt. An der Küste des indonesischen Teiles der Insel Neuguinea fanden Sie 52 neue Hai-, Fisch- und Korallenarten. Die Küstenregion rund um die Vogelkop-Halbinsel gilt als eines der artenreichsten Gewässer der Welt. Hier kommen über 1.200 Fisch-, nahezu 600 Korallenarten sowie Wale, Meeresschildkröten, Krokodile und Dugongs vor. Die Artenvielfalt ist hier nach Aussage der Forscher noch größer als am weltberühmten Great Barrier Reef Australiens. Der WWF fordert angesichts dieser Entdeckung einen verbesserten Schutz von Korallenriffen. „Weltweit gefährden Klimawandel, Verschmutzung und zerstörerische Fischereimethoden die wertvollen Riffe“, so WWF-Meeresbiologe Christian Neumann.  

 

Allein in Indonesien gelten über 80 Prozent der Korallenriffe als gefährdet. Bislang stehen lediglich 11 Prozent der Küstenregion um die indonesische Vogelkop-Halbinsel Neuguineas unter Schutz. Ein Großteil davon liegt im Teluk Cenderawasih Nationalpark, der vom WWF Indonesien unterstützt wird. Die indonesischen Korallenriffe leiden unter anderem unter der Dynamitfischerei. Um sich von den Folgen einer Explosion zu erholen, benötigt ein Riff 25 bis 50 Jahre.  

 

„Wir können bis zum Mond fliegen, aber wir wissen kaum etwas über die Ozeane“, so Neumann. „Die faszinierenden Entdeckungen an der indonesischen Küste halten der Menschheit einen Spiegel vor die Augen. Durch destruktive Fischereimethoden, Vergiftung, Verschmutzung und die globale Erwärmung zerstören wir Lebensräume, deren Faszination wir bisher nur zum einem Bruchteil kennen gelernt haben.“ Auch wisse man bisher nur wenig über den medizinischen Nutzen, den die Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der biologischen Vielfalt der Meere ziehen könnten.  

 

Der WWF verweist auf die Kaltwasserkorallenriffe im Atlantik. Deren Verbreitung und Artenvielfalt sei erst in den letzten beiden Jahrzehnten erforscht worden. Lange Zeit glaubte man, Korallenriffe gebe es nur in tropischen Gewässern. Viele der Riffe habe man schon in zerstörten Zustand entdeckt. So seien beispielsweise 30 bis 50 Prozent der relativ gut erforschten norwegischen Riffe beschädigt oder vollständig zerstört. Ursache ist die Grundschleppnetzfischerei, bei der der Meeresboden umgepflügt wird.

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