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„Nicht in Angststarre verfallen”

26. September 2008

WWF drängt angesichts steigender Kohlenstoffwerte in der Atmosphäre zum Gegensteuern

 

Im vergangenen Jahr stieg der Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre auf ein Rekordniveau von 383ppm. Das ist der höchste Wert seit mehreren Millionen Jahren. „Die erschreckenden Daten, die das Global Carbon Project  vorgelegt hat, zeigen, dass wir schneller denn je in die falsche Richtung laufen. Jetzt gibt es noch ein Handlungsfenster, um einen unkontrollierten Klimawandel zu vermeiden. Dieses schließt sich aber zunehmend“, kommentiert Regine Günther, Leiterin des Klimabereichs beim WWF Deutschland den Bericht. Die Studie verdeutliche einmal mehr die Dringlichkeit einschneidender Maßnahmen. Europa komme dabei eine Schlüsselrolle zu.

Der Bericht der US-amerikanischen Wissenschaftler zeigt, dass die Geschwindigkeit  in der der Kohlenstoff-gehalt in der Atmosphäre ansteigt, erneut zugenommen hat: 2006 betrug der Anstieg 1,8 ppm, zuletzt wurde eine Zunahme um 2,2 ppm registriert. Die jetzt veröffentlichten Daten verdeutlichen zudem, dass die Bedeutung von China, Indien und anderen Schwellenländern im Kampf gegen den Klimawandel zunehme. „Auch wenn China die USA bei den absoluten Emissionen inzwischen überholt hat, liegt die Verantwortung für die bisher ausgestoßenen Treibhausgase bei den Industrieländern“, so der WWF. Deshalb müssen die Lösungen auch hier entwickelt werden. Europa habe eine historische Chance: In den kommenden Wochen wird das europäische Klima- und Energiepaket verhandelt. Der WWF fordert folgende Eckpunkte für das Paket: 

  1. Die europäischen Treibhausgasemissionen müssen verbindlich um mindestens 30 Prozent bis 2020 vermindert werden.
  2. Alle Zertifikate im EU Emissionshandel müssen versteigert werden. Ausnahmen darf es nur für Industrien geben, die konkret nachweisen können, dass ihnen schwerwiegende Wettbewerbsnachteile drohen. 
  3. Europa muss den CO2 -Ausstoß  bei Neuwagen senken. Die Bundesregierung muss endlich zeigen, dass es ihr mit dem Klimaschutz im Verkehr ernst ist und den CO2-Ausstoß auf 120 Gramm pro Kilometer bis 2012 und 80 Gramm bis 2020 senken.

 

„Ein zentrales Problem für die weltweiten Treibhausgasentwicklungen ist die rasant ansteigende Zahl von Kohlekraftwerken“, so Regine Günther. 800 Kohlekraftwerke seien weltweit geplant. Die EU und Deutschland müssen sich schnellstmöglich von dieser Dinosauriertechnologie verabschieden. Der Neubau von Kohlekraftwerken sei mit Klimaschutz nicht vereinbar.

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