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No-Go-Areas für Staudämme

17. November 2011

Studie fordert Schutz „systemrelevanter“ Feuchtgebiete, Seen und Flüsse. / WWF: Infrastruktur nur an geeigneten Standorten und nachhaltig konzipiert.

 

Berlin/Bonn - Der WWF fordert für Infrastrukturprojekte, wie etwa Stauanlagen oder Wasserkraftwerke weltweite, strengere Nachhaltigkeits-Standards. Eine am Donnerstag in Bonn vorgestellte WWF-Studie betont, dass die Identifizierung und Priorisierung von wichtigen und lebensnotwendigen Gewässersystemen unumgänglich sei, um eine naturverträgliche Nutzung von Feuchtgebieten, Seen und Flüssen zu ermöglichen. Außerdem müssten „No-Go-Areas“ für Bauvorhaben in ökologisch besonders wertvollen Regionen ausgewiesen werden. Nutzungen von Gewässern außerhalb der höchsten Schutzkategorie müssten zukünftig strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, so die Forderungen des WWF. Nicht nur an den großen Strömen wie Mekong, Amazonas oder Ganges, sondern global auch an kleineren Flüssen bestünden bereits schwerwiegenden Nutzungskonflikte und Umweltprobleme. „Diese werden sich weiter verschärfen, wenn sich Behörden, Anwohner und Industrie nicht auf ein nachhaltiges Gewässermanagement verständigen können." erklärt Angela Klauschen, internationale Wasserpolitikexpertin des WWF und Mitverfasserin der Studie.  

 

In dem WWF-Bericht wird anhand von Fallbeispielen aus China, Österreich, Indien, Lateinamerika und Süd-Ostasien aufgezeigt, wie ein nachhaltigeres Flussgebiets- und Ökosystemmanagement entstehen kann, das Umweltprobleme und Nutzungskonflikte vermindert. „Der bauliche Wildwuchs muss eingedämmt werden, und darf in empfindlichen und systemrelevanten Ökosystemen, die Mensch und Natur mit lebensnotwenigen Funktionen versorgen nicht stattfinden“, fordert Dr. Jian-hua Meng, WWF-Experte für Nachhaltige Wasserkraft. Entscheidend sei daher, zu priorisieren und je nach Umfeld-Analyse auch Infrastrukturprojekte an bestimmten Punkten im Flusslauf zu untersagen. Zudem müssten die Betreiber gemeinsam mit Anwohnern, Umweltgruppen und der Politik dafür Sorge tragen, dass Infrastrukturprojekte sozial-nachhaltig und umweltschonend errichtet werden. Bereits heute sind große Gewässersysteme weit über ihre Belastungsgrenzen hinaus beansprucht. „Das globale Bevölkerungswachstum hat einen steigenden Bedarf an Bewässerung und Energie zur Folge. Damit verschärft sich für die ohnehin stark unter Druck stehenden aquatischen Ökosysteme die Situation immer weiter“, warnt Meng.  

 

Hintergrund zur Veröffentlichung:

 

Auf der „Bonn2011 Conference Water, Energy and Food Security Nexus - Solutions for the Green Economy“ sollen daher unter der Schirmherrschaft der deutschen Regierung bis zum 18. November Politiker, Wirtschaftsvertreter und Umweltschützer neue politische Lösungen entwickeln, wie der Ressourcenbedarf einer stetig wachsenden Menschheit nachhaltig gedeckt werden kann. Die Konferenz ist eines der bedeutendsten Vorbereitungstreffen auf den UN-Umweltgipfel Rio+20 im Juni 2012.

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