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Note 3 für Olympia in Turin

10. Februar 2006

WWF: Umweltstandards fanden bei den Organisatoren der Spiele zu wenig Beachtung

 

Turin, 10. Februar 2006-Den heute im italienschen Turin beginnenden Olympischen Winterspielen vergibt der WWF aus Umweltsicht nur die Note 'befriedigend'. Umweltstandards seien zu wenig beachtet worden, so die Naturschutzorganisation. Positiv bewertet der WWF, dass viele neu errichtete Gebäude auch nach dem Ende der Spiele genutzt werden können, den umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehrs und das Wertstoff-Recycling im Olympischen Dorf.

 

 

 

'Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass einige neue Sportstätten die empfindliche Bergwelt gefährden - obwohl es grüne Spiele werden sollten', sagt Sergio Savoia vom Alpenprogramm des WWF. 'Die neue Bobbahn und fünf Skisprungtürme sind in geschützten Alpengebieten errichtet worden.' Besonders gefährdet sei der Val Troncea-Naturpark.

 

 

 

Der WWF kritisiert zudem die Verwendung von Schneekanonen bei den Winterspielen. Künstlicher Schnee wiege mehr als fünfmal so viel wie natürlicher. Unter dem Gewicht leidet der Boden, zudem würden für die Schneeproduktion Millionen Liter Wasser gebraucht.

 

 

 

Der Energieverbrauch der Winterspiele ist nach Ansicht des WWF zu hoch. Allein die olympische Flamme, eine 57 Meter hohe Fackel, verbrennt pro Stunde 8000 Kubikmeter Methan - genug Gas, um ein Dorf von 3.500 Einwohnern ein Jahr lang zu versorgen. 'Angesichts des großen symbolischen Wertes der Spiele hätte mehr für die Energieeffizienz getan werden müssen', so Alpenexperte Savoia.

 

 

 

'Wir hätten uns gewünscht, dass die Organisatoren bei der Planung mehr Wert auf Umweltbelange legen; gerade weil die Spiele in einer so empfindlichen Region wie den Alpen stattfinden.'

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