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Nothafen wird zur Seenotrettungsstation

20. November 2009

Umweltverbände stimmen gerichtlichem Vergleich zu Baggerung am Darßer Ort zu

 

Schwerin/Stralsund - Durch die Zustimmung zu einem gerichtlichen Vergleichsangebot haben die Umweltverbände WWF Deutschland und BUND heute den Weg frei gemacht für die letztmalige Baggerung der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort. Damit können die Arbeiten zur Wiederherstellung einer Zufahrt zum Liegeplatz des Seenotrettungskreuzers am kommenden Montag wieder aufgenommen werden. Verkehrsminister Schlotmann und WWF-Ostseeexperte Jochen Lamp teilten übereinstimmend mit, dass im Interesse sicherer Wasserverkehrswege der Seenotkreuzer Anfang 2010 wieder am Darßer Ort stationiert sein wird.

 

Für den Verzicht auf eine längere Blockade der Baggerarbeiten durch einen Rechtsstreit hat die Landesregierung den Naturschützern zugestanden, dass diese Baggerung definitiv die letzte sein wird. Der Nothafen wird künftig nur noch als Stützpunkt für die Seenotrettung genutzt werden und ein Teil des ehemaligen Hafenbeckens wird der Natur zurückgegeben. Ein Teil des Sandes aus der Hafenzufahrt wird zur Umgestaltung des Hafenbeckens als Strandsee genutzt. Ein weiterer Teil des Sandes wird so verklappt, dass er für die Küstenbildungsprozesse im Nationalpark zur Verfügung steht.

 

„Wir konnten zwar unsere Forderung nicht durchsetzen, dass die Baggerung gar nicht mehr stattfindet und auch nicht, dass aller Sand zur Renaturierung des Hafenbeckens genutzt wird. Dennoch haben wir erreicht, dass nun das Kapitel Nothafen Darßer Ort endlich geschlossen werden kann. Ein langer qualvoller Streit vor Gericht hätte uns vielleicht Recht gegeben, jedoch die Fronten für die notwendige politische Lösung des Gesamtproblems verhärtet“ kommentiert Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND.

 

“Es ist bedauerlich, dass erneut eine Wunde in die Kernzone des Nationalparks geschlagen wird. Entscheidend an diesem Kompromiss ist aber, dass sich die Nutzung des Hafens auf die Seenotrettung beschränkt und dass die nächste Versandung die letzte Frist zur Realisierung einer Hafenalternative darstellt“ sagte Jochen Lamp, Ostseeexperte des WWF. „Nun ist es Aufgabe von Kommunalpolitikern, Landesregierung und Wassersportlern, die gesetzte Frist zu nutzen und schnell einen dauerhaften Etappenhafen für Wassersportler und Standort für den Rettungskreuzer zu realisieren.“ so Lamp weiter. Der WWF ist seit Jahren Betreiber des Nothafens und hatte die Lösung mit ausgehandelt.

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