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„Ökomanager des Jahres“ von WWF und ‘Capital`

19. November 2008

Familienunternehmer Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell und der CEO von Q-Cells, Anton Milner, sind die „Ökomanager des Jahres 2008“ / Sonderpreis an Stephan Wrage von SkySails

 

Berlin, 19. November 2008 – Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell, Vorsitzender des Vor­standes der Faber-Castell Aktiengesellschaft, Nürnberg, ist von der Umweltstiftung WWF Deutschland und dem Wirtschaftsmagazin ‘Capital’ zum „Ökomanager des Jahres 2008“ gekürt worden. Soziale und ökologische Verantwortung gehört für den Hersteller hochwer­tiger Stifte in achter Generation zu den Kernwerten der Marke. Für die Experten der Öko­manager-Jury ist Faber-Castell ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein global agierendes Unternehmen trotz des wachsenden Drucks auf den Märkten im Sozial- und Umweltbereich weit reichende Standards setzen kann. 
„Ökomanager des Jahres“ ist auch Anton Milner, CEO von Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen, größter eigenständiger Solarzellen-Konzern der Welt. Das Unternehmen, das 1999 mit einem Business-Plan quasi aus dem Nichts startete, beschäftigt heute 2.300 Mitarbeiter und setzt 1,4 Milliarden Euro um. Es ist an der Börse knapp zwei Milliarden Euro wert. Für WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes sorgt unter anderem Q-Cells dafür, dass in wenigen Jahren Strom aus Solarzellen preislich mit konventionell erzeugtem fast gleich ziehen kann: „Ohne den Ausbau der Solartechnologie werden wir den Kampf gegen den Klimawandel nur schwer gewinnen. Da leistet Q-Cells entscheidende Pionierarbeit.“  

 

Stephan Wrage, Vorsitzender der Geschäftsführung von SkySails, erhält den Sonderpreis im Rahmen des „Ökomanager des Jahres“. Er entwickelte gegen viel Widerstand ein innovatives Konzept, Wind wieder für den Antrieb von Schiffen einzusetzen und damit den Verbrauch sowie die Emissionen von wenig klimafreundlichem Schweröl entscheidend zu senken. „Stephan Wrage verdient einen Sonderpreis“, so ‘Capital’-Chefredakteur Dr. Klaus Schweins­berg, „weil die Beharrlichkeit und Überzeugungskraft, mit der er seine Idee in ein anwendungs­reifes Produkt mit hohem ökologischen Nutzen umgesetzt hat, wirklich bemerkenswert ist“.  

 

Die Umweltstiftung WWF Deutschland und ‘Capital’ vergeben die Auszeichnung „Öko­manager des Jahres“ seit 1990 an herausragende Unternehmer und Manager, die sich um die Umwelt verdient machen. Die Preisträger wie Babykost-Hersteller Prof. Dr. Claus Hipp, Versandhauschef Dr. Michael Otto, Hans-Dietrich Winkhaus, langjähriger Chef des Wasch­mittelkonzerns Henkel, der Adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer oder Bosch-Chef Franz Fehrenbach verbinden gekonnt und überzeugend Ökologie und Wirtschaftlichkeit.  

 

Preisträger Faber-Castell: Die Natur gehört zur Marke
Über 2.000 Artikel produziert Faber-Castell: Blei-, Bunt- und Schminkstifte, Künstlerkreiden, Wachsmalkreiden und Filzstifte, Textmarker, Aquarellfarben, Kugelschreiber und Schreib­zubehör, hochwertige Schreibgeräte und Accessoires: von ganz schlicht bis ganz edel. Die Kernzielgruppe sind Kinder und da zählt es, eine von Produktsicherheit und Umweltfreund­lichkeit geprägte Markenphilosophie zu vertreten. Denn „wenn Sie das Vertrauen von Müttern verlieren, haben Sie ein Problem“, weiß Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell, der das Unter­nehmen seit 30 Jahren führt. Öko ist für ihn nicht Mode, sondern Überzeugung und die rechnet sich auch. Das Holz für die Stifte wächst zu 80 Prozent auf eigenen FSC-zertifi­zierten Plantagen mit umweltgerechter und sozial verträglicher Forstwirtschaft. Die weltweit 14 Betriebe sind ebenfalls zertifiziert, egal ob in Brasilien, Malaysia oder Indien (China folgt 2009). Geheizt wird regenerativ und das Unternehmen verwendet umweltfreundliche Materia­lien, so werden etwa Bunt- und Graphitstifte mit Wasserlack ummantelt.  

 

Naturschutz ist für Graf von Faber-Castell kein Luxusthema, Umwelt zählt nicht nur in fetten Jahren. Und rechnen muss sich, was das Unternehmen anfasst – so wie der eigene Wald, der unabhängig macht von Qualitätsschwankungen, wankelmütigen Lieferanten und Ausfuhr-Beschränkungen. Außerdem leben immer mehr einheimische, vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten auf naturbelassenen Teilstücken, die etwa 30 Prozent der Gesamt-Forst­fläche ausmachen. Im Stammhaus in Stein bei Nürnberg wird mit Holzspänen geheizt, eine Wasserturbine liefert 25 Prozent des Stroms. Die Rohstoff- und Energie-Einsparungen sowie die Abfall-Verwertung im Rahmen der ISO-Zertifizierung trugen zur kontinuierlichen Prozess­verbesserung bei und führten dadurch zu einer deutlichen Kostenreduzierung.  

 

Die Öko-Orientierung hat bei Faber-Castell Tradition: Schon in den 20er Jahren des vergan­genen Jahrhunderts wurde Strom aus Holzabfällen und durch Wasserkraft erzeugt. Das Unternehmen engagierte sich auch im sozialen Bereich und bot schon damals Werkswohnun­gen, Mitarbeiter-Sparprogramme und Betriebskindergarten. Faber-Castell ist seit 2003 Mit­glied des Global Compact der UN, Mitglied beim Bundesdeutschen Arbeitskreis für umwelt­bewusstes Management, im Umweltpakt Bayern und Gründungmitglied der neuen Initiative Business and Biodiversity. Die Sozial-Charta des Unternehmens, die Arbeitnehmern in allen Betrieben Arbeitsbedingungen nach den Maßgaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO garantiert, wird derzeit auch schrittweise auf die Lieferanten ausgeweitet.  

 

Preisträger Q-Cells: Solarzellen für alle
Neun Jahre nach der Gründung ist Q-Cells nicht nur ein Riese auf dem Solarzellen-Markt, son­dern auch das erfolgreichste Unternehmen der neuen Länder. Der Ingenieur und Wirtschafts­wissenschaftler Anton Milner, Brite mit deutschem Vater, entschied sich 1999, Chef des Unternehmens zu werden, und gründete mit drei Freunden die Q-Cells AG. Unkonventionell im Auftreten und Umgang pflegt man bei Q-Cells eine besondere Firmenkultur: Smarts als Dienstwagen, die „taz“ in der Auslage beim Pförtner und regelmäßige Betriebsfeiern, auf denen der Zusammenhalt beschworen wird. Wirtschaft sagt Milner, sei ein Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck. Und nur durch den gemeinsamen Willen, sich für eine bessere Welt einzusetzen, sei man inzwischen so weit gekommen.  

 

2001 machte Q-Cells mit 80 Mitarbeitern einen Umsatz von 17 Millionen Euro, für 2009 peilt Milner mehr als zwei Milliarden Euro an und wird dann voraussichtlich rund 3.000 Mitarbeiter beschäftigen. „Die Wachstumsperspektiven sind riesig“, freut er sich, „Der Klimaschutz ent­wickelt sich trotz Finanzkrise zum globalen Thema“. In weiser Voraussicht sicherte sich der Firmenlenker Silizium-Lieferungen schon bis ins Jahr 2018, denn nach Europa wird jetzt ein Werk in Malaysia gebaut, um Schwellenländer wie Indien und andere asiatische Staaten bes­ser beliefern zu können. Nächster Wachstumsmarkt ist die USA, denn durch die Wahl von Barack Obama zum Präsidenten erwartet Anton Milner dort einen großen Schub in der Umweltpolitik. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen neue, sehr viel flachere Halb­leiter, die gesamte Kraftwerke betreiben und mit denen ganze Wüstenregionen bestückt wer­den könnten. Neben dem schon ohnehin ökologischen Unternehmenszweck unternimmt Q-Cells umfangreiche Maßnahmen zum Klimaschutz wie die Senkung des Energieverbrauches pro produzierter Einheit. Der Energiebedarf soll bis 2009 zu 90 Prozent aus Ökostrom gedeckt werden und die Zulieferer werden auf die Einhaltung von Umweltstandards hin auditiert.  

 

Sonderpreis SkySails: Vom Segelschiff zum „Segel“ am Schiff
Als Jugendlicher interessierte sich Stephan Wrage leidenschaftlich für den Bau und die Beherr­schung von Lenkdrachen. Dabei kam ihm die Idee, die enormen und völlig kostenlosen Zug­kräfte des Windes wieder für den Antrieb von Schiffen nutzbar zu machen – nur etwas an­ders als in der Ära der großen Fracht-Segelschiffe. Mit SkySails, einem großen Lenkdrachen, der vorn am Schiff angebracht wird, entwickelte er ein Windantriebssystem, das zurzeit schon Zugkräfte zwischen acht und 32 Tonnen bewältigen kann. Acht Tonnen entsprechen dabei je nach Schiff rund 600 bis 1.000 kW installierter Maschinenleistung. Geplant sind sogar Drachen mit bis zu 250 Tonnen. Der Drachen bewegt sich dabei in einer achtförmigen Bahn, die im Vergleich zum normalen Segel leicht die fünffache Vortriebskraft erzeugt.  

 

Durch den Einsatz der SkySails können die Treibstoffkosten eines Schiffes abhängig von den Windverhältnissen zwischen zehn und 35 Prozent gesenkt werden. Entsprechend fällt die Reduktion der Treibhaus-Gase aus. Die Amortisationszeit des Systems beträgt drei bis fünf Jahre. Erheblichen Auftrieb erlebt SkySails durch die Beschlüsse der International Maritim Organization, die die Reeder verpflichtet, die Schwefel-Emissionen zu senken. Dafür muss statt günstigem Schweröl besserer und damit teurerer Treibstoff verwendet werden. SkySails könnten auf 60.000 der rund 100.000 weltweit registrierten Schiffe eingesetzt werden. Ganz schnelle Containerschiffe sind ebenso wie einige Schifffahrtsrouten für den Einsatz allerdings nicht geeignet. Zwei Schiffe befinden sich in der praktischen Erprobung, Start der Serienproduktion ist für 2009 vorgesehen.

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