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Olympiade der Tiere

01. August 2008

Tierische Athleten mit goldverdächtigen Leistungen

 

Wenn vom 8. bis 24. August Athleten aus aller Welt bei den XXIX. Olympischen Sommerspielen in Peking um Medaillen ringen, dann wartet die Welt natürlich auch wieder auf die Aufstellung neuer Rekorde. Doch bei aller Bewunderung für die menschlichen Athleten, im Vergleich zu den sportlichen Höchstleistungen im Tierreich verblasst der Glanz manch einer Goldmedaille.

 

Wanderfalken stürzen mit 230 km/h durch die Lüfte, Pottwale tauchen bis zu 2500 Meter tief und ein Nashornkäfer kann das 850fache seines eigenen Körpergewichts stemmen. "All diese rekordverdächtigen Leistungen und Fähigkeiten sind evolutionär als Folge der Anpassung an einen bestimmten Lebensraum entstanden. Die Natur ist in ihrer Vielfalt oftmals sehr extrem und extreme Lebensräume - wie etwa die Wüsten, das Hochgebirge oder die Tiefsee - erfordern extreme Fähigkeiten“, erklärt WWF Artenschutzexperte Stefan Ziegler.

 

Schnell, schneller, Gepard

 

Der jamaikanische Sprinter Usain Bolt ist mit 9,72 Sekunden derzeitiger Rekordhalter auf 100 Metern, was in etwa einer Geschwindigkeit von 37 km/h entspricht. Nicht in einem Stadion, sondern durch die afrikanische Savanne rast hingegen der Gepard. Mit 103 km/h auf einer 200 Meter-Rennstrecke ist die Raubkatze unangefochten der schnellste Sprinter im Tierreich. Im Wasser hält der Indopazifische Fächerfisch  mit 110 km/h den Rekord. Zum Vergleich: die besten menschlichen Schwimmer schaffen rund 7 km/h. Für den Wanderfalken sind solche beeindruckenden Geschwindigkeiten jedoch noch immer Fortbewegung im mittleren Gang: Sein Höchsttempo liegt bei 230 km/h.

 

Muskelpower im Tierreich

 

Im Gewichtheben ist unser naher Verwandter, der Gorilla, ein wahrer Champion: er kann stolze 900 kg stemmen. Darüber würde die Ameise wohl nur müde lächeln. Das kleine Tier kann nämlich das 50fache seines Körpergewichts tragen. Weltmeister im Gewichtheben sind jedoch unangefochten die Nashornkäfer. Die Vertreter der Gattung Scarabaeidae können das 850fache ihres eigenen Gewichts schultern.

 

Weitsprung Down Under

 

Sinnbild für tierische Sprungmeister ist das australische Riesenkänguru. Das Beuteltier kann dank seiner starken Hinterbeine bis zu 13,5 Meter weit und über drei Meter hoch springen. Der massive Schwanz sorgt dafür, dass die Kängurus dabei nicht das Gleichgewicht verlieren. In Proportion zu seiner geringen Körpergröße ist jedoch tatsächlich der Floh der beste Weit- bzw. Hochspringer im Tierreich. Mit nur 2,5 Millimeter Körpergröße ist er zwar ein echter Winzling, dafür kann er aber beachtliche 50 Zentimeter weit springen.

 

Ungeahnte Tiefen

 

Rekordverdächtige Taucher sind die Antarktischen Seeelefanten. Sie können zwei Stunden lang die Luft anhalten und dabei bis zu 1.800 Metern tief tauchen. Nicht weniger beeindruckend sind die Leistungen des Pottwals. Der riesige Meeressäuger ist nachweislich in Tiefen von über 2000 Metern unterwegs. Manche Quellen berichten sogar von 2500 Metern. Dort machen die Wale jagt auf Tintenfische und Kalmare. Wenn die Tiere anschließend wieder auftauchen, kann man ihr Luftholen noch in einem Kilometer Entfernung hören.

 

Mut zur Langsamkeit

 

Mit all diesen enormen Kraftanstrengungen und rekordverdächtigen Leistungen kann das südamerikanische Faultier nichts anfangen. Alles an ihm ist langsam - und zwar immer. Wenn es sich sehr beeilt, legt es in einer Minute fünf Meter zurück. An guten Tagen. Doch die haben beim Faultier nur vier Stunden. Denn ganze zwanzig Stunden pro Tag schläft es tief und fest. Und für das Verdauen einer Mahlzeit braucht das Faultier sogar einen ganzen Monat.

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