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Ostsee soll kein Kreuzfahrt-Klo bleiben

19. Mai 2009

Kreuzfahrt-Reedereien wollen auf unsachgemäße Abwasserentsorgung verzichten. / WWF sieht Hafenbetreiber in der Pflicht.

 

Frankfurt - Der WWF begrüßt die Ankündigung des Europäischen Kreuzfahrtschiffverbands (ECC), zukünftig keine Schiffsabwässer mehr in der Ostsee entsorgen zu wollen. „Der WWF hat stets davor gewarnt, dass die Ostsee zu einem Schiffsklo verkommt. Wir freuen uns, dass die Kreuzfahrt-Reedereien unseren Forderungen endlich nachkommen wollen“, sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros in Stralsund. In einer Mitteilung des ECC heißt es dazu, man wolle die unsachgemäßen und umweltschädlichen Entsorgung von Abwässern auf hoher See einstellen, wenn die Ostseehäfen zukünftig adäquate Entsorgungsmöglichkeiten anbieten, ohne dafür noch einmal zusätzliche Abwassergebühren zu erheben.  

 

„Jetzt müssen die Hafenbetreiber endlich für die nötige Anbindung der Häfen an die Kläranlagen sorgen“, sagt Jochen Lamp. Auch in Deutschland herrsche auf diesem Gebiet noch Nachholbedarf. So hat der Rostocker Hafen bisher keine Anlegeplätze mit entsprechendem Anschluss an das Abwassersystem eingerichtet. Dort sei nur eine Entsorgung mit Hilfe von Tanklastwagen möglich, was mehrere Tage in Anspruch nehmen würde. In Kiel gibt es zwar die entsprechenden Anlagen, doch für die sachgerechte Entsorgung muss eine zusätzliche Gebühr entrichtet werden. Als vorbildlich lobt der WWF die Häfen in Stockholm und Helsinki.    

 

„Bald wird hoffentlich überhaupt keine unappetitliche Dreckbrühe mehr in die Ostsee eingeleitet werden. Und das ist auch dringend notwendig. Jeder Fortschritt im Kampf gegen die Überdüngung ist wichtig, um die Bildung von Todeszonen zu verhindern“, freut sich Jochen Lamp vom WWF. Nach Angaben der Umweltstiftung waren in der Vergangenheit jedes Jahr bis zu 100 Millionen Klospülungen sowie große Mengen Schmutzwasser von Kreuzfahrt- und Fährschiffen in die Ostsee gelangt. Durch diese enormen Nährstoffeinträge bilden sich Algen und sauerstoffarme Todeszonen am Meeresboden. 70.0000 Quadratkilometer Meeresboden seien von diesem Phänomen dauerhaft betroffen.  

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