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Papiergigant zerstört Regenwald auf Sumatra

08. Januar 2008

Studie: APP schlägt eine Schneise durch ein wertvolles Waldstück – ohne Rücksicht auf Indigene und bedrohte Tierarten

 

Der Papierriese Asia Pulp and Paper (APP) und seine Subunternehmer sind dabei, teilweise illegal mitten durch einen der wichtigsten zusammenhängenden Regenwälder Sumatras eine breite Straße zu bauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des WWF gemeinsam mit anderen Organisationen. Die tiefe Schneise zerteilt den Regenwaldblock  und droht eines der letzten großen Waldgebiete der indonesischen Insel zu zerstören. Die Straße im Waldgebiet Bukit Tigapuluh in Zentralsumatra führt durch das Land zweier indigener Völker und zerschneidet die Lebensräume bedrohter Elefanten, Tiger und Orang-Utans. Schätzungsweise 20.000 Hektar ursprünglichen Regenwalds sind der Säge bereits zum Opfer gefallen, darunter ein geplantes Schutzgebiet für Orang-Utans, so die Studie.

 

APP zählt zu den größten Zellstoff- und Papierherstellern der Welt und liefert auch nach Europa. Der Konzern mit Sitz in Singapur ist bereits mehrfach wegen drastischer Umweltverstöße aufgefallen, zuletzt in der indonesischen Provinz Riau, wo die Polizei die APP-Arbeiten wegen des Verdachts auf illegalen Holzeinschlag stoppte. „Wir haben jetzt in den Nachbarprovinz Jambi Belege für illegale Abholzung gefunden”, sagt WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer. „Es sieht so aus, als ob APP nach dem Verbot in Riau nach Jambi weitergezogen ist.“ Für APP sei die Straße wichtig, weil sich so das illegal geschlagene Holz schneller zu den Zellstofffabriken des Konzerns transportieren lasse.

 

Das betroffene Gebiet ist eines von weltweit 20 verbliebenen natürlichen Lebensräumen, die sich für den Schutz der letzten wilden Tiger eignen. Zudem ist es Schauplatz eines bisher erfolgreichen Projekts zur Wiederansiedlung von Orang-Utans. „Doch genau dort, wo ein Schutzgebiet für die Menschenaffen entstehen sollte, ist der Kahlschlag durch APP-Subunternehmer bereits in vollem Gange“, klagt WWF-Expertin Griesshammer.

 

Der WWF verlangt den sofortigen Stopp der Abholzung der wertvollen Regenwälder. Außerdem müsse auch der Verkauf des illegalen Holzes sofort unterbleiben. „Außerdem muss sich die indonesische Regierung durchsetzen und dafür zu sorgen, dass APP und seine Partner nicht länger nationales Recht brechen“, so WWF-Expertin Griesshammer. APP müsse Einschlagsgebiete von unabhängigen Experten bewerten und freigeben lassen, bevor es ganze Lebensräume abholze und die Bevölkerung vertreibe. „Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen die Lebensgrundlage für Menschen und Tiere zerstört, weil es mehr Holz auf den Markt wirft, als auf seinen Plantagen wächst.“

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