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Preisschock bei illegalem Elfenbein

16. Februar 2009

Aktueller WWF-Report: bis zu 1.500 US-Dollar für ein Kilogramm Elfenbein. - Vor dem Aussterben: Nur noch etwa 150 Elefanten in Vietnam am Leben.

 

Frankfurt - Die wenigen überlebenden Elefanten in Indochina kommen durch die steigenden Preise für Elfenbein in Vietnam immer mehr unter Druck. Das hat eine neue Studie des WWF und des Netzwerks zur Beobachtung des Wildartenhandels TRAFFIC ergeben. Auf dem vietnamesischen Schwarzmarkt werden, dem heute veröffentlichten Report zufolge, für ein Kilogramm Elfenbein aus Elefantenstoßzähnen bis zu 1.500 US-Dollar bezahlt. Wilderer können daher mit nur einem einzigen Stoßzahn - je nach Gewicht - zwischen 7500 und über 10.000 US-Dollar verdienen. Der Schwarzmarktpreis hat sich damit im Vergleich zu der einmaligen, legalen Elfenbeinauktionen unter Aufsicht des Sekretariats des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES im vergangen Herbst mehr als verzehnfacht. „Der hohe Preis hat uns geschockt. Umso höher der Schwarzmarktpreis ist, umso massiver wird die Bedrohung für die letzten Elefanten in Süd- und Südostasien“, warnt Volker Homes, Artenschutzexperte beim WWF Deutschland.  

 

Dem WWF-Report zufolge wurden in 73 Geschäften in ganz Vietnam über 2.400 Objekte aus Elfenbein gefunden. Dem stehen gerade einmal rund 150 lebende Elefanten in dem südostasiatischen Staat gegenüber. Zudem tragen nur die männlichen Tiere der Asiatischen Elefanten Stosszähne. Elefanten und Elfenbein werden jedoch auch aus Myanmar (Burma), Laos und Kambodscha nach Vietnam geschmuggelt. Elfenbein aus Afrika wurde diesmal nicht entdeckt, auch wenn es bis 2004 illegal nach Vietnam importiert wurde. „Besonders besorgniserregend ist der Handel mit Elfenbein im Internet. Die steigende Nachfrage treibt die Preise immer mehr in die Höhe“, so die WWF-Experte Homes. „Der illegale Handel mit Elfenbein muss dringend eingedämmt und bekämpft werde, sonst droht den letzten Elefanten in den Mekongländern das Aussterben.“ Während sich die Elfantenpopulationen im südlichen Afrika in den vergangenen Jahren stabilisiert haben, hat sich die Situation des Asiatischen Elefanten nicht verbessert. Die Art gilt weiterhin als „stark gefährdet“.  

 

Der Handel mit Elfenbein wurde zwar 1992 in Vietnam offiziell verboten, doch eine Lücke im Gesetz macht den Verkauf weiter möglich. So ist es erlaubt, Elfenbein aus der Zeit vor dem Verbot zu verkaufen. Das ermöglicht den Elfenbeinhändlern, ihre Lager aus frischem, illegalem Elfenbein weiter aufzustocken, da der Nachweis der Herkunft und des Alters schwierig ist. Die neue Studie empfiehlt eine strengere Gesetzgebung und die Einhaltung der internationalen Artenschutzkonvention (CITES) in Vietnam. Dazu müsste das Land auch den Gesetzesvollzug massiv verschärfen. „Elfenbeinprodukte müssen sofort beschlagnahmt und vernichtet werden“, fordert Volker Homes.

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