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01.12.2005, Artenschutz

King Kong lebt!

WWF: Gorillas sind nicht nur im Kino in Lebensgefahr

Frankfurt a.M., 01. Dezember 2005: Als King Kong in den 1930er Jahren zum ersten Mal vom Dach des Empire State Building stürzte, lebten in den Regenwäldern Zentralafrikas mehrere hunderttausend Gorillas. Wenn Regisseur Peter Jackson den berühmten Filmaffen am 14. Dezember weltweit in den Kinos auferstehen lässt, sind die Affen vom Aussterben bedroht. 'Im wahren Leben ist der Überlebenskampf der Gorillas viel dramatischer als King Kongs Flucht auf den Wolkenkratzer', sagt Gorillaexpertin Antje Fischer vom WWF. 'Wenn Wilderei und Waldzerstörung nicht gestoppt werden, sind Gorillas in freier Wildbahn in 15 Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit nur noch Legende.'

 

Viele Gorillas landen als so genanntes 'Buschfleisch' im Kochtopf. 'Die Wilderei hat die Silberrücken und ihre Familien drastisch dezimiert. Hält das Töten an, heißt es bald endgültig: Klappe zu, Affe tot', befürchtet WWF-Artenschützer Stefan Ziegler. Von den bis zu 275 Kilo schweren Berggorillas etwa haben es nur 700 ins 21. Jahrhundert geschafft. Die seltenste Unterart, die Cross-River-Gorillas aus den Bergwäldern Kameruns und Nigerias, bringt es auf nicht einmal mehr 200 Exemplare.

 

Die verbliebenen Affen müssen mit immer weniger Lebensraum auskommen. Ihr Wald wird gerodet, von Straßen durchschnitten und durch Siedlungen, Plantagen und Bergbaugebiete zerstückelt. Der Mensch rückt den Gorillas immer näher und hat dabei Krankheiten wie Grippe, Masern oder Tuberkulose im Gepäck. 'Durch die nahe Verwandtschaft mit dem Menschen sind Gorillas sehr anfällig gegenüber diesen Krankheiten', sagt Fischer. 'Dem WWF sind Fälle bekannt, in denen ganze Gorillagruppen an Grippe erkrankt und gestorben sind.'

 

'Die afrikanischen Heimatländer der Gorillas brauchen Hilfe, um neue Schutzgebiete auszuweisen und dem Raubbau Einhalt zu gebieten', sagt WWF-Artenschützer Ziegler. Deshalb finanziert der WWF beispielsweise Wildhüter und unterstützt Projekte, durch die alternative Einkommensquellen zu Wilderei und Rodung erschlossen werden. Zudem gelte es, die Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung zu stärken, so Ziegler. 'Der WWF tritt außerdem dafür ein, die verschieden Schutzprogramme zu bündeln und aufeinander abzustimmen. Dadurch ließe sich der Schutz effizienter gestalten.'


Kontakt

Dr. Antje Fischer
WWF Gorillaexpertin Tropenwald
Tel.: 069/7 91 44-221

Stefan Ziegler
WWF Artenschutz
Tel.: 069/7 91 44-168

Ralph Kampwirth
Pressestelle WWF
Tel.: 069/79144-214



Titel: King Kong lebt!

Link: http://www.wwf.de/presse/details/news/king_kong_lebt/


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