02.06.2005, Klimaschutz

Kohlestrom unter der Lupe

WWF-Grafik bringt Licht ins Dunkel des deutschen Kraftwerksparks

Interaktive WWF-Grafik mit Darstellung der 30 größten und klimaschädlichsten Kohlekraftwerke in Deutschland

Berlin, 02.06.2005: Niederaußem, Jänschwalde, Frimmersdorf: die Namen klingen harmlos. Doch der Eindruck täuscht. Es handelt sich um die Standorte der schmutzigsten Kohlekraftwerke der Republik. Eine neue Internetgrafik des WWF verdeutlicht, wo die größten klimaschädlichen Kohlekraftwerke in Deutschland stehen. www.wwf.de/kraftwerkskarte Wegen des hohen Anteils von Kohle ist der Stromsektor gegenwärtig der größte Verursacher des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid in Deutschland.

 

Etwa die Hälfte der deutschen Kraftwerke muss in den nächsten 20 Jahren vom Netz. 'Wenn bei der Erneuerung der Kohlekraftwerke auf Gas statt wieder auf Kohle gesetzt wird, bietet sich eine große Chance, den Klimaschutz voranzubringen', betont Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz beim WWF Deutschland. Mit Hilfe der neuen interaktiven Grafik lässt sich aufzeigen, wie sich Entscheidungen für Kohle oder für das viel klimafreundlichere Gas auf die Klimabilanz niederschlagen würden. Der WWF rechnet vor, dass sich die CO2-Emissionen bei den zur Erneuerung anstehenden Kohlekraftwerken durch die Umstellung auf Gas bis zum Jahr 2030 nahezu halbieren ließen.

 

Die Naturschutzorganisation will mit der jetzt vorgestellte Grafik Licht ins Dunkel des deutschen Kraftwerksparks bringen. Auf einer Deutschlandkarte werden die Standorte der größten Kohlekraftwerke dokumentiert. Auf einen Blick wird deutlich, wo die 30 größten und klimaschädlichsten Kohlekraftwerke in Deutschland stehen, wer sie betreibt und wie viel Kohlendioxid sie in die Luft blasen. Zwei Szenarien zeigen die mögliche Entwicklung im Stromsektor bis zum Jahr 2030. Werden alte durch neue Kohlekraftwerke ersetzt, ergeben sich durch eine höhere Effizienz zwar auch Einsparungen, doch die Vorteile blieben weit hinter dem technisch Machbaren zurück. Wird hingegen nur noch in Gaskraftwerke investiert, sinkt der CO2-Ausstoß bei gleicher Leistung um ca. 48 Prozent. Jedes der 30 Kraftwerke kann in der Karte einzeln ausgewählt und dargestellt werden. Auch für Laien wird so deutlich, wie viel Treibhausgase es heute emittiert, wie viel es beim Ersatz durch ein modernes Kohle- und wie viel beim Ersatz durch ein Gaskraftwerk wären.

 

Der WWF macht sich dafür stark, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur unter zwei Grad Celsius zu halten. Das bedeutet, dass die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 in den Industrieländern um 60 bis 80 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden müssen. Dies könne nur durch eine massive Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien erreicht werden. Investitionen in effiziente Gaskraftwerke können hierbei die Brücke zu der Vision eines CO2-neutralen Stromsektors sein. Günther: 'In Deutschland entscheidet sich Klimaschutz an der Kohlefrage.'



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Kontakt

Jörn Ehlers
Pressestelle WWF Deutschland
Tel.: 069/79144-145
Fax: -116

Regine Günther
Leiterin Klimareferat WWF Deutschland
Tel.: 030/308742-18