
- © Thomas Gasparini / WWF
Mehr Hilfe für Amazoniens Wälder
Der Amazonas-Regenwald stirbt. Das ist keine neue Nachricht, doch leider ist sie immer noch brandaktuell. Im Sommer 2007 wurde im brasilianischen Amazonas-Gebiet ein neuer Rekord erreicht: Die Zahl der Waldbrände war doppelt so hoch wie noch im Jahr zuvor. Über die anhaltende Bedrohung für das 6,7 Millionen Quadratkilometer große Amazonasbecken kann auch die gesunkene Entwaldungsrate in Brasilien von 2007 nicht hinwegtäuschen. Im Schnitt wurden in den vergangenen fünf Jahren pro Minute mindestens 4,5 Fußballfelder Regenwaldfläche vernichtet. Mit der Amazonas-Kampagne bündelt der WWF Deutschland nun seine Kräfte, um gegen eine Bedrohung anzukämpfen, die bislang ungeahnte Folgen haben könnte.
Mit der Erforschung der Amazonas-Wälder ist auch das Verständnis um ihre weltweite Bedeutung gestiegen. Sie produzieren zwölf Prozent des fließenden Süßwassers auf der Erde und bieten zehn Prozent aller auf der Welt lebenden Arten eine Heimat – eine Artenvielfalt, die den Menschen immer mehr als Quelle medizinischer Wirkstoffe und technischer Entwicklung (Bionik) dient.
Schlüsselrolle für das Weltklima
Darüber hinaus vermuten internationale Experten, dass Amazonien eine Schlüsselrolle für das Weltklima einnimmt: Allein durch seinen immensen Wasserhaushalt hat das größte Regenwaldgebiet der Welt einen enormen Einfluss auf die Erdatmosphäre. Dessen natürliche Vegetation und ihr Wolkendach schützen vor einer stärkeren Aufheizung unseres Planeten. Die Zerstörung der Regenwälder mindert nicht nur diesen Kühleffekt, sondern setzt auch Treibhausgase frei, die noch zusätzlich zur Erwärmung der Atmosphäre beitragen.
Der Schutz Amazoniens wird daher immer wichtiger – nicht nur für die Artenwelt der Pflanzen und Tiere, sondern auch für uns Menschen selbst. Seit 1971 arbeitet der WWF bereits auf den unterschiedlichsten Ebenen zum Schutz der Amazonas-Regenwälder. Auf Initiative der Partnerschaft des WWF mit der KfW Entwicklungsbank (KfW), dem Umweltfonds (GEF) und der Weltbank mit der Brasilianischen Regierung wurde 1998 das mit Abstand größte und umfassendste Tropenwaldschutzvorhaben gegründet: das Amazon Region Protected Area Programme (ARPA). Hauptziel: Bis 2016 sollen 60 Millionen Hektar brasilianischen Amazonas-Regenwaldes durch ein umfassendes Schutzgebietsnetzwerk gesichert werden – eine Fläche so groß wie Deutschland und England. Für eines der ARPA-Schutzgebietslandschaften hat der WWF Deutschland die Verantwortung übernommen: Seit Juni 2006 ist er für mehr als 10 Schutzgebieten zuständig, allen voran für den mehr als 1,9 Millionen Hektar großen Juruena-Nationalpark.





