
- © Thomas Gasparini / WWF
Mehr Hilfe für Amazoniens Wälder
Der Amazonas-Regenwald stirbt. Das ist keine neue Nachricht, doch leider ist sie immer noch brandaktuell. Über die anhaltende Bedrohung für das 6,7 Millionen Quadratkilometer große Amazonasbecken kann auch die seit 2008 jährlich sinkende Entwaldungsrate in Brasilien nicht hinwegtäuschen. Im Schnitt wurden in den vergangenen zehn Jahren pro Minute mindestens 4 Fußballfelder Regenwaldfläche vernichtet.
Mit der Erforschung der Amazonas-Wälder ist auch das Verständnis um ihre weltweite Bedeutung gestiegen. Sie produzieren durch Verdunstung zwölf Prozent des fließenden Süßwassers auf der Erde und bieten zehn Prozent aller auf der Welt lebenden Arten eine Heimat – eine Artenvielfalt, die den Menschen immer mehr als Quelle medizinischer Wirkstoffe und technischer Entwicklung (Bionik) dient.
Schlüsselrolle für das Weltklima
Darüber hinaus vermuten internationale Experten, dass Amazonien eine Schlüsselrolle für das Weltklima einnimmt: Allein durch seinen immensen Wasserhaushalt hat das größte Regenwaldgebiet der Welt einen enormen Einfluss auf die Erdatmosphäre. Dessen natürliche Vegetation und ihr Wolkendach schützen vor einer stärkeren Aufheizung unseres Planeten. Die Zerstörung der Regenwälder mindert nicht nur diesen Kühleffekt, sondern setzt auch in der Biomasse gebundene Treibhausgase frei, die noch zusätzlich zur Erwärmung der Atmosphäre beitragen. Die Menge an Kohlendioxid, die in den Bäumen und dem Boden Amazoniens gebunden ist, entspricht 10 Jahre globaler menschlicher Treibhausgasemission.
Der Schutz Amazoniens wird daher immer wichtiger – nicht nur für die Menschen vor Ort, die Artenwelt der Pflanzen und Tiere, sondern auch für uns Menschen weltweit. Seit 1971 arbeitet der WWF bereits auf den unterschiedlichsten Ebenen zum Schutz der Amazonas-Regenwälder. Auf Initiative der Partnerschaft des WWF mit der KfW Entwicklungsbank (KfW), dem Umweltfonds (GEF) und der Weltbank mit der Brasilianischen Regierung wurde 1998 das mit Abstand größte und umfassendste Tropenwaldschutzvorhaben gegründet: das Amazon Region Protected Area Programme (ARPA). Hauptziel: Bis 2016 sollen 60 Millionen Hektar brasilianischen Amazonas-Regenwaldes durch ein umfassendes Schutzgebietsnetzwerk gesichert werden – eine Fläche so groß wie Deutschland und England. Für eines der ARPA-Schutzgebietslandschaften hat der WWF Deutschland die Verantwortung übernommen: Seit Juni 2006 ist er für mehr als 10 Schutzgebieten zuständig, allen voran für den mehr als 1,9 Millionen Hektar großen Juruena-Nationalpark.




