Schaut mal: eine Vogelspinne! 

Impressionen einer Amazonas-Reise

Vier Reisegruppen des WWF waren jeweils 14 Tage zwischen April und Mai in Amazonien, um dort die Artenvielfalt, deren Gefährdung und die umfangreiche Projektarbeit des WWF Deutschland kennenzulernen.

Sind das Geier? Tatsächlich – sie kreisen über uns. Es ist heiß und feucht. Neugierig und verschwitzt stapfen wir durch den Regenwald. Wie viele Schlangen mögen über uns hängen? Ich verbiete mir sofort darüber nachzudenken.

Bloß nicht instinktiv irgendwo festhalten oder einfach nur stehenbleiben ohne zu schauen! Gut getarnte Insekten oder Treiberameisen könnten sich mit Macht durch Stechen oder Beißen wehren. Laut und rau dröhnt es an mein Ohr  – Brüllaffen diskutieren heftig über mir.

Über den Fahrten mit dem Schlauchboot den Rio Negro hinauf durch das Anavilhanas-Gebiet liegt ein besonderer Zauber. Es ist nicht allein die Weite oder der mit spektakulären Wolken bestückte Himmel. Oder dieser wie schwarzer Klavierlack anmutende tiefe Fluss. Es ist die Gewissheit, dass wir in diesem  Augenblick die einzigen Menschen in diesem Gebiet sind.

Eine kleine Propellermaschine bringt uns von Manaus nach Alta Floresta. Wir fliegen lange Zeit über ein undurchdringliches Regenwalddach. Diesen ökologischen Schatz will der WWF Deutschland gemeinsam mit der brasilianischen Regierung, vielen anderen Institutionen und mit der finanziellen Unterstützung der WWF-Förderer retten.

Geschafft! Hinaufgeklettert auf einen 40 Meter hohen, schwankenden Stahlturm, erwartet mich ein atemberaubender Blick über die Baumkronen des Regenwaldes. Die aufgehende Sonne vertreibt die nächtlichen Nebelschwaden. Da – Aras! Mit heiseren Stimmen und leuchtend blauen Flügeln segeln diese farbenprächtigen Papageien unter uns durch den stimmungsvollen Morgen.

Wir sehen unzählige bunte Vögel, Vogelspinnen, Kaimane und Faultiere. Müde erreichen wir die Urwald-Lodge. Jetzt hilft nur noch ein Bad im kaffeebraunen Wasser des Christalino-Flusses. Aber die Kaimane? Die kommen erst, wenn es dunkel wird, sagt unser Expeditionsleiter …

Rita Frings