Spuren im Schnee

WWF beteiligte sich an Zählung der seltenen Amur-Leoparden

© Dmitry Kuchma / WWF Russia
© Dmitry Kuchma / WWF Russia

Nur noch 35 bis 45 der scheuen Großkatzen soll es in der freien Wildbahn des russischen fernen Ostens geben. Das ergab die letzte Zählung, die Anfang 2007 durchgeführt wurde. Amur-Leoparden kommen neben einem kleinen Gebiet in der chinesischen Provinz Jilin an der Grenze zu Russland, im Südwesten der russischen Provinz Primorje vor und gelten als „vom Aussterben bedroht“.

Um den aktuellen Stand hinsichtlich der Verbreitung und der Anzahl der sehr scheuen und seltenen Raubkatze zu bekommen, organisieren Wissenschaftler der Russischen Akademie der Wissenschaften und Experten verschiedener Umweltschutzorganisationen – darunter die des WWF – alle fünf Jahre Leopardenzählungen. Mehrere Gruppen speziell ausgebildeter Sucher durchstreifen ein 5.000 Quadratkilometer großes Gebiet – dies entspricht etwa der doppelten Größe des Saarlandes. Sie registrieren genau, wo und welche Spuren die Amur-Leoparden hinterließen.

Abdrücke im Schnee werden vermessen. Aus Größe und Eindrucktiefe lassen sich Geschlecht und Alter der Tiere bestimmen. Ob erlegte Wildtiere oder tote Leoparden: Alles erzählt den Leoparden-Detektiven etwas. Auch Leopardenkot wird gesammelt und zur genetischen Analyse nach Japan verschickt.

Aufgrund ihrer sehr scheuen Lebensweise ließen sich die Leoparden lange nur anhand solcher Spuren nachweisen. Seit 2007 begannen die Wissenschaftler die Zählungen mit einer besonderen Methode zu verfeinern. Aufgrund der bereits gesammelten Informationen wusste man, dass auch Leoparden gerne bereits vorhandene „Wege“, wie Wildpfade von Rotwild, Wildschweinen und anderen Wildtieren, aber auch menschlich angelegte Waldwege nutzen, um ihre riesigen Territorien zu durchstreifen.

Genau an diesen bekannten „Leopardenwegen“ wurden Fotofallen installiert. Dies sind handelsübliche Fotoapparate, die mit einem zusätzlichen Wärmesensor und automatischem Auslöser versehen und in einer wasser- und schlagfesten Box geschützt sind.

Sobald ein Tier den Bereich des Sensors passiert, löst die Kamera aus. In regelmäßigen Abständen werden die Filme gewechselt und entwickelt. Mit viel Glück finden sich neben Wildschweinen, Rehen, Rotwild, Füchsen und der einen oder anderen Waldmaus auch ein Leopard auf den Bildern.

Anhand der Fellstruktur, die wie ein Fingerabdruck ein individuelles Merkmal ist, können einzelne Tiere identifiziert werden. Alle Bilder werden in einer Datenbank gespeichert und liefern in Zukunft wichtige Informationen über die Ökologie und die Populationsgröße von Leoparden in der Amur-Region.

Verbreitung Amur-Leoparden

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Lebensechte Dermoplastik eines Amurleoparden

im Zoologischen Museum Hamburg