
- Kraniche an ihrem Nest. © WWF / Thomas Neumann
Der Drömling
Ein großes Feuchtgebiet wird renaturiert
In den Niederungen zwischen den Flüssen Aller und Ohre entstand in Norddeutschland nach der letzten Eiszeit ein vielfältiges Labyrinth aus Feuchtwiesen, Mooren und Bruchwäldern, heute Heimat für seltene Pflanzen und Tiere. Wie viele Feuchtgebiete wurde auch der Drömling seit Jahrhunderten entwässert. Der WWF setzt sich deshalb seit fast 30 Jahren mit einem Bündel von Maßnahmen für die Renaturierung dieses knapp 300 Quadratkilometer großen Feuchtgebietes ein.
Der WWF kaufte Gelände auf
Friedrich II. ordnete bereits im 18. Jahrhundert an, den Drömling trockenzulegen. Doch erst die intensivierte Landwirtschaft nach 1945 rückte dem Grundwasser mit Schöpfwerken wirksam zu Leibe. Entwässerte Moorböden wurden beackert, trocken gefallene Bruchwälder mit standortfremden Pappeln bepflanzt. In der Folge verloren viele typische Bewohner der Feuchtgebiete wie Schwarzstorch oder Fischotter ihren Lebensraum.
Der WWF wurde schon in den 70er Jahren im niedersächsischen Teil des Drömlings aktiv, indem er Flächen durch Ankauf sicherte und mit Hilfe der Forstbehörden Staumaßnahmen durchführte. In Sachsen-Anhalt, wo sich der größte Teil des Drömlings befindet, wurde 1990 ein 28.000 Hektar großer Naturpark eingerichtet . Der Naturpark ist die Flächenkulisse für das Naturschutzgroßprojekt Drömling/Sachsen-Anhalt, dessen Kernzone rund 11.000 Hektar beträgt. Gemeinsam mit den flächenmäßig betroffenen Landkreisen (heute Salzwedel und Börde) gründete der WWF hier als Projektträger den Zweckverband „Naturschutzprojekt Drömling / Sachsen-Anhalt“. Gefördert durch den Bund und das Land Sachsen-Anhalt konnte dieser seit 1991 über 3.960 Hektar Eigentumsflächen erwerben und in Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung renaturieren. Weitere 1.850 Hektar wurden durch öffentliche Institutionen oder lokale Naturschutzinitiativen zur Verfügung gestellt.
Fischotter haben wieder Nachwuchs
In den Wäldern wurden standortfremde Gehölze entfernt und Waldentwässerungen zurückgebaut. Seit Projektbeginn wurden 740 Hektar Acker in Grünland umgewandelt sowie 130 Flachteiche und Überschwemmungsflächen entwickelt. In den so genannten Kernzonen wurden Flächen der natürlichen Entwicklung überlassen: Hier kann nun wieder ein wasserreicher Bruchwald entstehen. Feuchtwiesen werden von Landwirten naturverträglich bewirtschaftet.
Der Wasserhaushalt des ganzen Drömlings wurde erheblich verbessert. Heute hat diese Landschaft als Rastplatz eine internationale Bedeutung für Wasservögel: Rund 11.000 Kraniche, 30.000 Gänse und 96.000 Kiebitze landen hier jedes Jahr.
Über 40 Weißstorchpaare finden auf den feuchten Flächen ausreichend Nahrung für ihre Jungen. Auch bei anderen Feuchtgebietsbewohnern wie Bekassinen und Amphibien wachsen nun die Bestände. Fischotter und Biber haben wieder Nachwuchs und im Waldreservat brüten seit 2000 auch wieder die Seeadler. Beste Beweise für eine gelungene Renaturierung eines großen Naturraumes.
Naturschutz im Drömling ist auch Klimaschutz
Die bisherigen Erfolge des Naturschutzgroßprojektes überzeugten auch das Bundesumweltministerium: Für die Weiterentwicklung werden 2009 bis 2012 weitere 4,2 Millionen Euro bereitgestellt – davon allein 2,5 Millionen Euro vom Bund, wie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides auf der Drömling-Konferenz in Kusey am 3.November 2008 verkündete. Die restlichen Mittel finanzieren das Land Sachsen-Anhalt und der „Zweckverband Naturschutzprojekt Drömling / Sachsen-Anhalt“.
„Der Drömling ist eine großflächige, durch Feuchtwälder, Feuchtgrünland und Gräben geprägte Landschaft. Wir wollen mit der Förderung dieses Projektes verhindern, dass der wertvolle Feuchtgebietscharakter durch Entwässerungen und die regionalen Auswirkungen des Klimawandels verloren gehen. Denn das würde zu einem weiteren Abbau des Niedermoorkörpers und damit zu hohen CO2-Freisetzungen aufgrund des Torfschwundes führen“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.
Weitere Informationen
Mehr über den Drömling
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39646 Oebisfelde
Tel. 039002 983 10
Fax 039002 983 11
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