Große Anerkennung für das WWF-Projekt „Naturpark Drömling“
Der Schutz des Feuchtgebietes geht in eine zweite Phase: Der Bund fördert Natur- und Klimaschutz in der Niedermoorlandschaft Norddeutschlands

- Feuchtwiese. © Kausche / WWF
Für die Weiterentwicklung des Naturschutzgroßprojektes werden bis 2012 4,2 Millionen Euro bereitgestellt – davon allein 2,5 Millionen Euro vom Bund, wie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides auf der Drömling-Konferenz in Kusey am 3.November verkündete.
Die restlichen Mittel für das Projekt von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung im Einzugsgebiet der Flüsse Ohre und Aller finanzieren das Land Sachsen-Anhalt und der Träger des Projektes, der „Zweckverband Naturpark Drömling / Sachsen-Anhalt“. Dieser wurde 1991 vom WWF und den flächenmäßig betroffenen Landkreisen (heute Salzwedel und Börde) gegründet.
Aufgrund der Anzahl seiner Arten und unterschiedlicher Landschaftstypen kommt der Niedermoorlandschaft Drömling in Norddeutschland eine bundesweite Bedeutung zu.
„Der Drömling ist eine großflächige, durch Feuchtwälder, Feuchtgrünland und Gräben geprägte Landschaft. Wir wollen mit der Förderung dieses Projektes verhindern, dass der wertvolle Feuchtgebietscharakter durch Entwässerungen und die regionalen Auswirkungen des Klimawandels verloren gehen. Denn das würde zu einem weiteren Abbau des Niedermoorkörpers und damit zu hohen CO2-Freisetzungen aufgrund des Torfschwundes führen“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.
Der Zweckverband führte das bisherige Projekt mit einem Gesamtvolumen von 17 Millionen Euro von 1992 bis 2003 durch. Der Drömling gehört mit 28.000 Hektar Projekt- und 10.365 Hektar Kerngebiet zu den größten Feuchtgebietsprojekten in Deutschland.
Ziel des Projektes ist die Wiederherstellung eines natürlichen Feuchtgebietes in der durch Entwässerung für Land- und Forstwirtschaft geprägten Region – sowohl um den Lebensraum für bedrohte Arten wiederherzustellen, als auch um die klimaschädliche Freisetzung von Kohlenstoff aus den entwässerten Moorböden zu beenden. Der Drömling ist Lebensraum von Kiebitz, Weißstorch, Bekassine, Kranich und vieler anderer Feuchtgebietsbewohner. Der Schutz und die Förderung dieser seltenen, zum Teil gefährdeten Arten war und ist ein zentrales Anliegen dieses Naturschutzgroßprojektes.
Gefördert durch den Bund und das Land Sachsen-Anhalt konnte der Zweckverband in dem inzwischen als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Kerngebiet bisher 3.710 Hektar Flächen erwerben und zum Teil umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen durchführen. Weitere 1.850 Hektar wurden von der öffentlichen Hand und externen Partnern wie zum Beispiel der Stork Foundation zur Verfügung gestellt. Damit konnte bereits die Rückkehr von Seeadler, Wachtelkönig, Biber und Fischotter ermöglicht werden und das Gebiet sich wieder zu einem international bedeutenden Rastgebiet für Zehntausende von Wat- und Wasservögeln und Kranichen entwickeln.
In der zweiten Förderphase, die sich bis zum Jahre 2012 erstreckt, sind weitere Wasserrückhaltemaßnahmen, gezielte Wiedervernässungen zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes, die Neuentwicklung von Wald und die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit des Fließgewässersystems die Schwerpunkte.
Daneben werden extensive Weidelandschaften zur schonenden Nutzung des Feuchtgrünlandes eingerichtet. Auch im angrenzenden niedersächsischen Naturschutzgroßprojekt Drömling (4.200 Hektar) hat der WWF bereits 1982 erste Schlüsselgrundstücke für die modellhafte Wiederherstellung von Feuchtgebieten gekauft.
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