Naturschutz im großen Stil

Geschenke an die Erde

'Gifts to the Earth' sind die höchste Auszeichnung für einen großen und außergewöhnlichen Beitrag zum Naturschutz, den in der Regel nur führende Politiker oder große Unternehmen leisten können. Belohnt werden damit Entscheider, die auf all das 'Geht nicht' ihres Umfeldes mit einem 'Gibt's nicht' antworten. Der Schenkende tut Gutes, und der WWF redet darüber.

Als vor zehn Jahren Initiator Claude Martin als Generaldirektor des WWF International die Idee der Öffentlichkeit präsentierte, überboten sich anschließend so manche Staatschefs mit der Zahl der Quadratkilometer Land, die sie ab sofort unter Schutz stellen wollten. Dieser Erfolg überraschte alle. Es folgten einige Unternehmer und vermögende Privatpersonen, die ebenfalls einen positiven ökologischen Fußabdruck hinterlassen wollten.

Gesamtbilanz nach zehn Jahren und 102 Geschenken an die Erde: Allein über 200 Millionen Hektar wurden als 'Gifts to the Earth' für die nächsten Generationen gesichert und als Schutzgebiete gesetzlich verankert. Das entspricht rund der fünfeinhalbfachen Fläche Deutschlands. In Projektregionen des WWF Deutschland wie auf Madagaskar, in Indonesien und der Amur-Region, im Kaukasus und an der Donau sind sie höchste Verpflichtung für Entscheidungsträger, dieses Naturerbe weiter zu erhalten.

© Tony Cunningham
© Tony Cunningham

Pandaschutzgebiete in China

Die Gouverneure der chinesischen Provinzregierungen Sichuan und Gansu haben sich verpflichtet, bis 2010 eine Gesamtfläche von 1,6 Millionen Hektar zu schützen. Damit haben mehr als 700 Pandas eine sichere Zukunft, beinahe die Hälfte aller noch frei lebenden Tiere. Durch neu ausgewiesene Gebiete im Minshan-Gebirge im Südwesten Chinas werden Korridore zwischen den bereits bestehenden Schutzgebieten geschaffen. Die seltenen Bambusbären können sich dadurch freier bewegen, isolierte Bestände können sich wieder vermischen, und eine gesunde Zukunft dieser charismatischen Tiere ist gesichert. mehr >>

© Martin Harvey / WWF-Canon
© Martin Harvey / WWF-Canon

Das Kongo-Becken: Der WWF will den Regenwald im Herzen Afrikas bewahren

Im Kongo-Becken wachsen nach Amazonien die zweitgrößten zusammenhängenden Regenwälder der Erde. Sie erstrecken sich von den Küstenländern Kamerun, Gabun, Äquatorial-Guinea und Republik Kongo über die Zentralafrikanische Republik (ZAR), die Demokratischen Republik Kongo bis nach Uganda, Ruanda und Tansania. Durch das Engagement des WWF  haben sich 1999 sechs Staatschefs Zentralafrikas in der 'Yaoundé-Erklärung' zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Regenwälder verpflichtet. Auf der Folgekonferenz 2005 in Brazzaville unterzeichneten zehn Staaten Zentralafrikas einen Vertrag zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Regenwälder. mehr >>

© Alain Compost / WWF
© Alain Compost / WWF

Indonesien: Kraftakt zur Rettung der Regenwälder

Im August 2004 wurden die Anstrengungen des WWF belohnt: Die indonesische Regierung erklärte insgesamt neun Regenwaldregionen im ganzen Land zu Schutzgebieten – 1,3 Millionen Hektar Regenwald, eine Fläche fast so groß wie Schleswig-Holstein. Darunter das 38.000 Hektar große Kerngebiet von Tesso Nilo: Es wurde zum Nationalpark erklärt. Dies gelang auch, weil zuvor der WWF den dort bislang agierenden Holz- und Papierunternehmen in zähen Verhandlungen einen Einschlagsstopp abgerungen hatte. mehr >>

© R.Isotto, A.Cambone/H. ambiens / WWF-Canon
© R.Isotto, A.Cambone/H. ambiens / WWF-Canon

Madagaskar: Hoffnung für die Waldgeister

Als 'Geschenk an die Erde' würdigte der WWF die Ankündigung des madagassischen Präsidenten Marc Ravalomanana, die Schutzgebiete des Landes um fünf Millionen Hektar auf nunmehr die dreifache Fläche zu vergrößern. So stehen nun zwei Drittel der verbliebenen Waldfläche des Landes formal unter Schutz. Damit verbessern sich auch die Überlebenschancen der bedrohten Lemuren, den Halbaffen, von den Einheimischen ehrfürchtig 'Waldgeister' genannt. mehr >>

Tigerspur-Vermessung. © Martin Harvey / WWF-Canon
Tigerspur-Vermessung. © Martin Harvey / WWF-Canon

Amur-Region: Aktionen gegen die Naturzerstörung

Trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen fördert der WWF auch weiterhin die Ausweitung des Schutzgebiets-Netzes in der Amur-Region. Seit 1993 sind auf Initiative des WWF bereits etwa 11,5 Millionen Hektar der Amur-Region unter Schutz gestellt worden. Im Jahr 2002 versprach der Gouverneur der Provinz Amur, diese Schutzfläche um zusätzliche 1,5 Millionen Hektar als 'Geschenk an die Erde' zu vergrößern. mehr >>

© Eckbert Schneider / WWF
© Eckbert Schneider / WWF

Donau-Delta: Schutz und Wiederherstellung

Im Juni 2000 unterzeichneten Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine eine Vereinbarung zum Schutz der Feuchtgebiete an der Unteren Donau und im Delta. Dieser so genannte „Grüne Korridor Untere Donau“ ist das bisher größte grenzübergreifende Renaturierungsvorhaben in Europa. Er wird sich aus bereits existierenden wie auch neu auszuweisenden Schutzgebieten und Renaturierungsflächen zusammensetzen. Durch ein zum Teil grenzübergreifend durchgeführtes Projekt in Rumänien und Bulgarien unterstützt der WWF seit November 2005 die Umsetzung dieses Vorhabens. mehr >>

© Phillip Colla / WWF
© Phillip Colla / WWF

Walschutzgebiet im Pazifik

Elf Pazifikstaaten beschlossen im August 2003, insgesamt 28 Millionen Quadratkilometer Ozean – Lebensraum von mindestens elf Großwalarten – als Walschutzgebiete auszuweisen beziehungsweise miteinander zu verknüpfen. Dies entspricht der über neunfachen Fläche des Mittelmeeres. Die beispielhafte Schutzmaßnahme kann nun entscheidend dazu beitragen, dass sich bedrohte Walpopulationen auf der Südhalbkugel erholen können und wurde deshalb vom WWF als "Geschenk an die Erde" ausgezeichnet. mehr >>