
- Schutzgebiet Nalychevo-Berge. © WWF / M. Hudler
Kamtschatka: Feuerberge und Bären
Wie der WWF die Wildnis am Ende der Welt bewahrt
Vulkane und Geysire, Gletscher und schier endlose Wälder: Die Halbinsel Kamtschatka in Russlands fernem Osten ist eine der letzten unberührten Wildnisregionen der Erde. Hier ist die Heimat des Riesenseeadlers und des Kamtschatka-Braunbären.
Doch auch am Ende der Welt hinterlässt die Zivilisation zusehends Spuren: Die unkontrollierte Gewinnung von Erdöl, Kohle, Gas, Holz und Gold gefährdet in zunehmendem Maße die Ökosysteme Kamtschatkas.
Seit 1994 ist der WWF auf Kamtschatka tätig. Im Jahr 1996 wurden 3,32 Millionen Hektar Schutzgebiete von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgewiesen. Dort bietet der Ökotourismus eine große Chance für eine naturnahe wirtschaftliche Entwicklung der Halbinsel am äußersten Rande der Russischen Föderation.
Seit 1997 engagiert sich der WWF Deutschland mit Unterstützung seiner Förderer mit eigenen Projekten auf der Halbinsel. Er setzt sich für die Schaffung und Erhaltung von Schutzgebieten ein, finanziert Wildhüter, fördert die nachhaltige Nutzung des Waldes, führt Umweltbildungsprogramme für die lokale Bevölkerung durch und fördert den Öko-Tourismus. Inzwischen steht bereits ein Drittel der Halbinsel unter Schutz.
Mit Hilfe des WWF wurde 1998 im Naturpark Nalychevo ein ökologisches Bildungszentrum eingerichtet. Im Jahr 2000 konnte ein WWF-Wanderweg offiziell eingeweiht und zwei weitere Schutzhütten, zahlreiche Informationstafeln, überdachte Feuerstellen, Brücken und Bänke errichtet werden. Wildhüter wurden eingestellt und ein Umweltbildungsprogramm für Kinder und Jugendliche, der Club "Freunde des WWF", gegründet. Dieser hat sich inzwischen zu einer echten Erfolgsstory entwickelt: die Idee und die Umsetzung ist beispielhaft für ganz Russland. Für Kinder und Jugendliche werden Ökocamps im Naturpark "Golubie Ozera" angeboten, bei denen sie lernen, warum Schutzgebiete auf Kamtschatka notwendig sind. Und wie sie selbst mithelfen können, Bären, Wildlachse und Riesenseeadler für die nachkommenden Generationen zu erhalten.
Außerdem unterstützt der WWF indigene Völker der Halbinsel dabei, natürliche Ressourcen naturnah zu nutzen und traditionelle Arbeitsweisen wie das Halten von Rentierherden aufrecht zu erhalten.
Mehr WWF-Engagement seit 2006
Seit diesem Jahr verstärkt der WWF sein Engagement auf Kamtschatka. Zum einen wurde im September 2006 das erste offizielle WWF-Büro auf Kamtschatka eröffnet. Zum anderen werden künftig die drei Ökoregionen Kamtschatka, Halbinsel Tschukotka und die Küstenbereiche sowie die Chukchi-, Beaufort- und Beringsee zu einer Ökoregion Kamtschatka-Beringsee zusammengefasst. Dadurch sollen Projekte effizienter durchgeführt und besser aufeinander abgestimmt werden.
Dabei sollen folgende Schwerpunkte ausgebaut werden:
- Unterstützung und Entwicklung eines Netzes von Naturschutzgebieten und Meeresschutzgebieten;
- Bekämpfung der Wilderei;
- nachhaltige Nutzung in der Fischerei;
- Verminderung der negativen Folgen der Gewinnung von Bodenschätzen, darunter auch die Erschließung von Erdöl im Kamtschatka-Schelfmeer;
- Weiterentwicklung der Umweltbildung und des Ökotourismus in den Schutzgebieten; sowie
- Einbindung der einheimischen Bevölkerung in die Naturschutzarbeit auf Kamtschatka.
Übrigens: Seit Sommer 2000 kann man den WWF auch besteigen. Ein vorher namenloser, fast 2.000 Meter hoher Berg auf Kamtschatka wurde offiziell nach der Umweltstiftung benannt – aus Dank für die Arbeit des WWF in der Region.
Weitere Informationen
Neues WWF-Büro in Kamtschatka eröffnet >>
Übersichtskarte Kamtschatka mit Schutzgebieten >>
Naturparks Nalychevo und Bystrinsky >>
Steckbrief Kamtschatka-Braunbär >>
Reisen in WWF-Projekte
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Fotoausstellung: Wunder der Natur Russlands
Das Naturerbe der Halbinsel Tschukotka (in englisch)
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