Neues WWF-Büro in Kamtschatka
Außenstation des WWF am "Ende der Welt"

- Das WWF-Team bei der Eröffnung des neuen Kamtschatka-Büros. © WWF
Seit 18. September 2006 gibt es ein offizielles WWF-Büro in Kamtschatka. Im Beisein von Fernsehen und Presse wurde die bislang entlegenste Dependance der Umweltstiftung im fernen Osten Russlands feierlich eröffnet.
Leiterin der neuen WWF-Repräsentanz ist die amerikanische Biologin Laura L. Williams – ein Novum in der internationalen Zusammenarbeit des WWF. Williams half bei der Entwicklung des WWF Russland seit 1996 und erstellte bereits Naturschutzstrategien für die Amurregion und den Kaukasus. Seit 2006 will sie unter anderem internationale Sponsoren für russische Naturschutzprojekte werben, um deren Zukunft langfristig finanziell zu sichern. Laura Williams ist mit einem russischen Naturwissenschaftler verheiratet und hat zwei kleine Kinder.
Zeitgleich mit der Neueröffnung trafen sich WWF-Experten und Koordinatoren aus Russland, USA und Deutschland, um die Arbeitsschwerpunkte für die gesamte Ökoregion Kamtschatka/Beringsee der kommenden drei Jahre festzulegen. Die neue Ökoregion umfasst die Halbinseln Kamtschatka und Tschukotka, Alaska, die Aleuten- und Kommanderinseln sowie die gesamte Beringsee.
Die fünf wichtigste WWF-Schwerpunkte:
- Schutz der Wildlachspopulation und anderer Fischarten der Region;
- stabile Bestandserhaltung von Braunbären, wilden Rentieren und Schneeschafen;
- Weiterentwicklung und Förderung des Schutzgebietesnetzes terrestrischer Ökosysteme;
- Steigerung des Populationsbestandes der Eisbären und Walrosse auf Tschukotka und in Alaska;
- Schutz der Küsten-, Insel- und Meeresökosysteme (Aleuteninseln der USA und Kommanderinseln Russlands).
Darüber hinaus soll Laura Williams mit ihrem neuen WWF-Büro effektiv Projekte vor Ort vernetzen und ein Gegenwicht zur geplanten wirtschaftlichen Erschießung wie zum Beispiel für die Erdöl- und Gasförderung im Kamtschatka-Schelf bilden.

- Laura Williams, die Leiterin des neuen WWF-Büros in Kamtschatka. © WWF
Die bisherige Bilanz des WWF-Engagements in Kamtschatka stimmt – trotz schwieriger Naturschutzpolitik Russlands – zuversichtlich:
- 1995-1997: Zählung der Braunbärenpopulation auf Kamtschatka, Identifizierung und wissenschaftliche Analyse der ökologisch wichtigsten Waldgebiete.
- 1998-2005: Ausweisung neuer Schutzgebiete, UNESCO-Weltnaturerbe, Weiterentwicklung des bestehenden Systems von Schutzgebieten, Errichtung eines Umweltbildungszentrums und eines Modell-Camps für Ökotourismus im Naturpark Nalychevo, erstmalige Erstellung und Implementierung von Managementplänen für zwei Naturparks, Arbeit mit indigener Bevölkerung (Panda-Funk für entlegene Dörfer im Naturpark „Bystrinsky“).
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