
- Braunbärin mit Jungtier © Alexander Malkhasyan / WWF
Erhalt der Artenvielfalt
Die Ökoregion des Kaukasus zeichnet sich durch einen besonderen Artenreichtum der Flora und Fauna aus. Viele Arten wurden in der letzten Eiszeit von sich ausbreitenden Eismassen eingeschlossen und entwickelten sich abgeschnitten von Artgenossen in isolierten Refugien. Dies ist ein Grund, warum in der Region heute eine große Zahl an endemischen Arten vorkommt.
Als Endemiten bezeichnet man Pflanzen und Tiere, die nur in einer bestimmten, klar räumlich abgegrenzten Umgebung vorkommen.
Fauna
Unter den 153 Säugetierarten (ein Fünftel davon endemisch) finden sich seltene Arten wie der Kaukasus.Leopard (Panthera pardus saxicolor), die Streifenhyäne (Hyaena hyaena), der Wolf (Canis lupus) und der europäische Braunbär (Ursus arctos). Auch deren Beutetierarten, wie die Bezoarziege (Capra aegarus), die Kaukasische Gams (Rupicapra rupicapra caucasica), das kaukasische Mufflon (Ovis ammon gmelinii), der Westkaukasische (Capra caucasica) und der Ostkaukasische Tur (C. cylindricornis) sowie die Kropfgazelle (Gazella subguttorosa) sind äußerst selten. Besonders erwähnenswert sind die auf nur 150 Individuen geschätzten europäischen Wisente (Bison bonasus). Diese kommen lediglich in zwei russischen Schutzgebieten im Nordkaukasus vor.
400 Vogelarten (vier davon endemisch) wurden in der Region registriert. Des Weiteren sind besonders die Schwarzmeerküste und die Küste des Kaspischen Meeres wichtige Rastgebiete vieler Zugvögel.
Greifvögel wie Kaiseradler (Aquila heliaca), Steinadler (A. chrysaetos), Bartgeier (Gypaetus barbatus) und Schmutzgeier (Neophron percnopterus) besiedeln den Kaukasus. Deren durch menschliche Einflüsse stark zurückgegangenen Bestände drohen aber in der Ökoregion auszusterben.
Von 77 Reptilienarten die im Kaukasus vorkommen sind 28 endemisch. Einige davon, wie die Kaukasische Viper (Vipera kaznakovi) und einige Eidechsen, haben ein sehr kleines natürliches Verbreitungsgebiet.
Zu den 200 vorkommenden Fischarten gehören sechs Störarten (Acipenser spp.) und der Hausen (Huso huso), auch Belugastör genannt. Diese Tiere wandern in der Laichzeit vom Kaspischen und Schwarzen Meer die Flüsse hinauf. Dort finden sie im sandigen Untergrund der Flussbette optimale Laichbedingungen.
Flora
Von 6500 erfassten Gefäßpflanzen ist ein Viertel endemisch. 700 höhere Pflanzen finden sich als „selten“ oder „vom Aussterben bedroht“ in den nationalen Roten Listen.
Was der WWF tut

- Konfisziertes Leopardenfell © WWF
Um die Artenvielfalt des Kaukasus zu erhalten, hat der WWF ein umfangreiches Naturschutzprogramm entwickelt. Maßnahmen wie Schutzgebietausweitung, Bekämpfung der Wilderei, Ausbildung von Fachpersonal und Sensibilisierung der Bevölkerung durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Förderung einer nachhaltigen Landnutzung sind Werkzeuge im Kampf gegen das weitere Verschwinden von Arten und ihrer Lebensräume.
Tierarten, die aufgrund menschlicher Einflüsse auf kleine isolierte Rückzugsgebiete zurückgedrängt wurden, sollen durch Wiedereinbürgerungsprogramme neu angesiedelt werden. Ein Beispiel auch für die länderübergreifende Zusammenarbeit ist ein Projekt zur Wiedereinbürgerung der Bezoarziege im Borjomi-Kharagauli-Nationalpark, Georgien. Die gefangenen Tiere stammen aus armenischen Populationen und sollen den Grundbestand für eine neue Population im georgischen Nationalpark bilden.
Ähnliche Bestrebungen gibt es im Nordwesten des Großen Kaukasus, in Russland. Hier sollen die seltenen Kaukasus-Leoparden wiederangesiedelt werden.

