Teil 2: „Der Kaukasus ist unsere gemeinsame Heimat“

Interview mit Nugzar Zazanashvili, Leiter der Naturschutzabteilung des WWF Kaukasus-Programmbüros

© K. Gabrichidze
© K. Gabrichidze

WWF: Im Jahr 2006 wurde mit Hilfe der deutschen Regierung, des WWF und Conservation International ein gemeinsamer Naturschutzfonds eingerichtet, der die Länder des Südkaukasus beim Aufbau und dem Erhalt ihres Schutzgebietsnetzes unterstützt. Was hat er bereits finanziert?

Zazanashvili: Das erste Geld aus dem Naturschutzfonds geht in Noteinsätze im Borjomi-Kharagauli-Nationalpark. Armenien bekommt sein erstes Geld aus dem Fonds, um das Khosrov-Schutzgebiet zu unterstützen, das ist das Vorzeige-Projekt des Landes. Der WWF unterstützt diesen Naturpark.

WWF: In den Schutzgebieten selbst ist der Erhalt der ursprünglichen Lebensräume mit ihrem großen Artenreichtum das Ziel. Was genau tut der WWF?

Zazanashvili: Die Gründung des Fonds ist ein gutes Beispiel für die WWF-Arbeit. Oder die Ausweitung der Schutzgebiete: Der WWF ist seit 1992 in Georgien. Mit Unterstützung der deutschen Bundesregierung wurde dort in Borjomi-Kharagauli der erste Nationalpark eingerichtet. Heute stehen in Georgien bereits dreimal so viel Landesfläche unter Schutz.

Wir bemühen uns auch, die Effektivität der Verwaltungen zu steigern, sowie politische Weichen zu stellen für mehr Schutz unberührter Natur und der bedrohten Arten.

WWF: Auch der Transport von Erdöl und Erdgas vom Kaspischen Meer nach Europa durch den Kaukasus bedroht die Ökoregion. Wie kann der WWF hier Schlimmeres verhindern?

Zazanashvili: Mit dem Konzern BP hatten wir in den vergangenen Jahren heftige Auseinandersetzungen. Es ging dabei um die Neuverlegung einer Erdöl-Pipeline. Zurzeit entwickeln wir eine neue Strategie, um mit solchen wichtigen und weiter wachsenden Herausforderungen umzugehen.

WWF: Auf welchen welches Projekt sind Sie besonders stolz?

Zazanashvili: Ich könnte hier jetzt einige Erfolge aufzählen, möchte aber lieber sagen, dass wir alle, die im WWF Kaukasus-Programm mitarbeiten, sehr stolz sein können. Nicht nur darüber, dass es dieses Programm überhaupt gibt, sonder auch, dass es sich erfolgreich weiterentwickelt. Wichtige neue Themen, wie zum Beispiel der Klimawandel, erweitern unser Arbeitsspektrum und unser ökoregionaler Ansatz gibt den Themen neuen Schwung.

WWF: Was sind Ihre Ziele für die Ökoregion Kaukasus in den kommenden Jahren?

Zazanashvili: Es ist Zeit, isolierte Schutzgebiete mit Korridoren zu verbinden. In den einzelnen Ländern und grenzüberschreitend. Wir müssen Netzwerke entwickeln. Das wäre auch gut für viele wichtige Herausforderungen wie für unsere Arbeit gegen den Klimawandel und für die soziale Entwicklung der Ökoregion.

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