Kaukasus-Ministerkonferenz 2006

Kaukasus-Ministerkonferenz 2006. © WWF
Kaukasus-Ministerkonferenz 2006. © WWF

Vom 9. bis 11. März 2006 veranstaltete WWF Deutschland in Zusammenarbeit mit der KfW Entwicklungsbank die Ministerkonferenz 'Naturschutz im Kaukasus', die unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin stattfand.
Zentrales Thema der Konferenz war die Umsetzung der Biodiversitätskonvention (CBD) im Kaukasus, die von allen sechs Kaukasus-Ländern unterzeichnet wurde. Der Ökoregionale Naturschutzplan und der 'Caucasus Protected Area Fund', ein Naturschutzfond zur Finanzierung von Schutzgebieten im Südkaukasus, wurden als entsprechende Naturschutzinstrumente diskutiert.

Neben den Umweltministern der südkaukasischen Länder Armenien, Aserbaidschan und Georgien und Repräsentanten der Türkei, Russlands und des Iran nahmen über 100 Personen aus staatlichen und wissenschaftlichen Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen an der Konferenz teil.

Zu Beginn der Konferenz teilte Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul mit, dass die deutsche Regierung die Etablierung des 'Caucasus Protected Areas Funds', eines grenzübergreifenden Naturschutzfonds für den Süd-Kaukasus, mit fünf Millionen Euro unterstützen wird. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion verkündete Conservation International (CI), dass sie in den Naturschutzfond 2,7 Millionen Euro einzahlen werden. Außerdem unterstützt WWF Deutschland zusammen mit WWF Niederlande den Trust Fund mit einer halben Million Euro. Das Stiftungsvolumen soll durch Spendengelder auf 40 Millionen anwachsen. Die Zinserträge dieses Kapitals sollen langfristige die Hälfte der Finanzierungskosten der wichtigsten Naturschutzgebiete in den südkaukasischen Ländern ermöglichen. Die andere Hälfte müssen die Regierungen des jeweiligen Landes beisteuern.

Während der Podiumsdiskussion der Minister wurde der Ökoregionale Naturschutzplan von den Ministern als Masterplan für die Umsetzung der CBD-Ziele im Kaukasus befürwortet. Außerdem begrüßten alle Minister die Etablierung des Caucasus Trust Funds als nachhaltiges Finanzierungsinstrument.

Neben den politischen Erfolgen des ersten Konferenztages wurden am zweiten Tag in drei Workshops sehr gute Ergebnisse zu den Themen länderübergreifende Zusammenarbeit, Regionalplanung, Finanzierungsmöglichkeiten und Biodiversitäts-Monitoring erarbeitet, die für die Umsetzung der Naturschutzvorhaben im Kaukasus als Arbeitgrundlage verwendet werden können.

Zum Abschluss der Konferenz fand eine Exkursion in den Naturpark 'Uckermärkische Seen' statt, der ein gelungenes praktisches Beispiel für eine gute Symbiose von Naturschutz und nachhaltigem Tourismus in einer der abwechslungsreichsten Regionen Europas darstellt.