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Kaukasus: Zentrum der Artenvielfalt

Einmaliges Natur- und Kulturerbe bewahren

Gletscher, Wälder, Wüsten, Steppen: Mit über 100 verschiedenen Landschaftstypen und mehr als 7.000 Arten, darunter viele seltene Tierarten und Gefäßpflanzen, ist der Kaukasus eine Region der ökologischen Superlative. Dort leben noch Luchs, Braunbär und Wolf sowie Kaukasischer Steinbock, West- und Ostkaukasischer Tur, Bezoarziege, Wisent und Kropfgazelle. Auch Leoparden und Streifenhyänen gibt es noch vereinzelt, allerdings sind sie stark vom Aussterben bedroht. So leben schätzungsweise nur noch 40 bis 60 Kaukasische Leoparden in der Region, denen durch die Ausweisung von Schutzgebieten und den Aufbau von Anti-Wilderer-Einheiten geholfen werden soll. Viele der Tier- und Pflanzenarten sind endemisch, das heißt, sie kommen sonst nirgends auf der Welt vor.

Mit mindestens 1.600 Pflanzenarten besitzt der Kaukasus die meisten Endemiten der temperierten Zone. Deshalb gehört der Kaukasus zu den Global 200 - den ökologischen Schlüsselregionen, für deren Erhalt sich der WWF weltweit engagiert, sowie zu den global wichtigsten Zentren der Pflanzendiversität.

Der Kaukasus liegt zwischen Schwarzem und Kaspischen Meer in der Grenzregion von Asien und Europa. Mit einer Fläche von über 500.000 Quadratkilometern ist das Gebiet etwa 1,4 mal so groß wie Deutschland und erstreckt sich über die Länder Georgien, Aserbaidschan, Armenien, sowie Teile von Russland, der Türkei und des Iran.

Natur in Gefahr

Dieses reiche Naturerbe mit seinen vielfältigen, ursprünglichen Naturlandschaften und seiner traditionellen Kulturlandschaft ist durch unkontrollierte Bebauung, Übernutzung der biologischen Ressourcen (Holz, Wildtiere, Pflanzen etc.) in Gefahr, seinen Reichtum unwiederbringlich zu verlieren. Großprojekte wie die 2003 fertig gestellte Ölpipeline (BTC) von der aserbaidschanischen Hafenstadt Baku an die türkische Mittelmeerküste bergen neue Risiken für Mensch und Umwelt in der Kaukasusregion und bieten den Menschen in den strukturschwachen Regionen  kaum Einkommensmöglichkeiten. 

Was der WWF tut

Der WWF gründete bereits 1992 ein Projektbüro in Georgiens Hauptstadt Tiflis. Es folgten Büros in den Hauptstädten Aserbaidschans (Baku) und Armeniens (Jerewan). Zusammen mit den türkischen und russischen Büros entstand somit ein grenzübergreifendes WWF-Netzwerk für die Koordinierung der Naturschutzprojekte.

So konnte in den Folgejahren ein Netz von Schutzgebieten aufgebaut werden. Heute bieten sie sichere Rückzugsgebiete für viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig schaffen sie alternative Einkommensquellen für die Bevölkerung (Tourismus, Schutzgebietsverwaltungen, etc.). Als erster Nationalpark im Kaukasus wurde im April 2001 der 76 000 Hektar große Borjomi-Kharagauli-Nationalpark eingeweiht. Das Modellprojekt wurde mit finanzieller Unterstützung der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eingerichtet.

Mit dem Aufbau und der Ausbildung von Anti-Wilderer Brigaden und Forstpersonal versucht der WWF die Wilderei einzudämmen, um bedrohten Tieren wie dem Kaukasus-Leopard und dem Braunbären ein Überleben zu sichern und eine nachhaltige Waldwirtschaft zu fördern. Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit sind weitere Schwerpunkte der WWF Arbeit, da die lokale Bevölkerung erst für die Belange des Natur- und Umweltschutzes sensibilisiert werden muss.

Im März 2006 wurde mit finanzieller Hilfe der KfW und der MacArthur-Foundation ein Ökoregionaler Naturschutzplan für den Kaukasus (ECP) erstellt. Dieser beinhaltet eine umfangreiche Datengrundlage über die biologische Vielfalt der Kaukasus Region und zeigt Strategien auf, diese Vielfalt für zukünftige Generationen zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Er ist somit ein Masterplan, sowohl für laufende und zukünftige Naturschutzprojekte, als auch für eine nachhaltige Entwicklung der Region. Der ECP bietet Handlungsanweisungen für Nichtregierungsorganisationen und öffentliche Geber. Den Regierungen der Kaukasusländer bietet der ECP die Möglichkeit, ihre Verpflichtungen umzusetzen, die sie mit Unterzeichnung des Übereinkommens zur Biologischen Vielfalt (CBD) eingegangen sind.

Im Frühjahr 2006 initiierte der WWF und die KfW unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die erste Kaukasus-Umweltministerkonferenz in Berlin. Dort wurde der Ökoregionale Naturschutzplan von den Ministern als Masterplan für die Umsetzung der CBD-Ziele (CBD=Convention on Biological Diversity) im Kaukasus befürwortet. Gleichzeitig wurde mit Hilfe der deutschen Regierung, des WWF und Conservation International ein gemeinsamer Naturschutzfond eingerichtet, der die Länder des Südkaukasus beim Aufbau und dem Erhalt ihres Schutzgebietsnetzes unterstützt.

Ausblicke

Seitdem sich der WWF in der Kaukasus Region engagiert, konnte viel erreicht werden, aber vieles bleibt noch zu tun.

Um das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten zu verhindern, müssen weitere Schutzgebiete ausgewiesen werden und die bestehenden über die Landesgrenzen vernetzt werden. Um die Übernutzung der Naturressourcen zu vermeiden und alternative Einkommensquellen für die Bevölkerung zu schaffen, müssen nachhaltige Bewirtschaftungssysteme in der Forst- und Landwirtschaft weiter gefördert werden.

Auch die Aufforstung von degradierten Waldflächen mit Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften stellt eine Möglichkeit dar, verursachte Schäden zu beseitigen und diese Ressource für nachkommende Generationen nutzbar zu machen.    


Karte der Region

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Projektinformationen

 Der Kaukasus - Ursprüngliches Grenzgebirge

 Der Borjomi–Kharagauli Nationalpark

 Der Kaukasus-Leopard

 Braunbären im Kaukasus

 

Kontakt

Temperierte und boreale Wälder

Aurel Heidelberg

Tel.: 069 79144-166

E-Mail schreiben



Titel: Kaukasus

Link: http://www.wwf.de/regionen/kaukasus/


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