Madagaskar zu Gast im Zoo Berlin

Die Ausstellung „Schatzinsel Madagaskar“ im Raubtierhaus gibt Einblicke in den Alltag einer geheimnisvollen Insel  und zeigt beeindruckende Kinderzeichnungen

Vom 20. April bis zum 19. Juni 2007 ist „der achte Kontinent“ im Berliner Zoo zu Gast. Erleben Sie Madagaskar in einer einmaligen Ausstellung. Dort in den Wäldern leben einzigartige Erben unserer Erdgeschichte: Nirgendwo auf der Welt gibt es – neben Australien – so viele endemische Lebewesen wie auf Madagaskar. Seine Wirbeltier- und Pflanzenarten leben zum größten Teil nur dort. Staunen Sie über eindrucksvolle Bilder faszinierender Tiere, Pflanzen und Landschaften, erfahren Sie mehr über die Kulturen der Insel, messen Sie Ihren ökologischen Fußabdruck und vergleichen Sie ihn mit dem eines Madagassen.

Am 19. April 2007 wurde diese interaktiv gestaltete Ausstellung von WWF-Präsident Prof. Dr. Detlev Drenckhahn, Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und dem madagassischen Außenminister Marcel Ranjeva in Anwesenheit von Bundespräsident Dr. Horst Köhler, dem Präsidenten Madagaskars Marc Ravalomanana sowie dem WWF-Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Michael Otto und vielen anderen geladenen Gästen eröffnet. Realisiert wurde sie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der KfW-Entwicklungsbank, der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und dem WWF.

Anlass der Ausstellung war die Reise des Bundespräsidenten nach Madagaskar im vergangenen Jahr. Begleitet unter anderen vom WWF-Präsidenten Prof. Dr. Detlev Drenckhahn besuchte er dort nicht nur WWF-Projekte, sondern auch eine kleine WWF-Ausstellung mit Zeichnungen madagassischer Kinder. Es entstand die Idee, nicht nur diese Bilder in Deutschland zu zeigen, sondern hier darüber hinaus eine Ausstellung zu präsentieren, welche „die langjährigen Bemühungen des WWF und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zum Schutz der großartigen biologischen Vielfalt und Naturräume dieser ‚Schatzinsel der Biodiversität’ zum Ausdruck bringt“, so Prof. Drenckhahn in seiner Begrüßungsrede.

Die Kinderzeichnungen sind nun auch ein Schwerpunkt der Ausstellung im Raubtierhaus. In Ihnen haben madagassische Kinder ihre Träume und Ängste über ihre Umwelt festgehalten. Die kleinen Kunstwerke zeigen, wie groß bereits bei Ihnen das Bewusstsein für aktuelle Umweltprobleme ist. Junge Besucher der Ausstellung können hierauf spontan reagieren und in einer „Malecke“ ihre eigenen Eindrücke, Träume und Befürchtungen zum Thema Umwelt zu Papier bringen.

Beeindruckend sind auch die vielen wunderbaren Fotografien, die den großen und kleinen Besuchern das Gefühl vermitteln, Madagaskar „live“ zu erleben. Mit sehr persönlichen Bildern werden Geschichten erzählt über das Wissen der Madagassen um die Heilwirkung der Pflanzen ihrer Insel, vom Alltag der Kinder, der Zerstörung der Umwelt und über Hilfsprojekte vor Ort.

Neuer Waldgeist fürs Raubtierhaus

Im Raubtierhaus des Berliner Zoos hat die Ausstellung ihren perfekten Platz gefunden, denn dort leben bereits Mungos und Fossas aus Madagaskar. Dort wird ihnen bald ein weiterer Bewohner der Insel Gesellschaft leisten: Gemeinsam mit dem Präsidenten Madagaskars ist ein Fingertier, auch Aye-Aye genannt, nach Berlin gereist. Dieser nachtaktive Halbaffe mit großen Fledermausohren sucht wie Spechte Bäume nach essbarem Kleingetier ab. Demnächst wird der neue Zoobewohner nach überstandener Quarantäne für die Öffentlichkeit im Nachttierhaus zu sehen sein.