
- Der Mekong-Riesenwels gehört zu den größten Süßwasserfischen der Welt. © Suthep Kritsanavarin / WWF
Im Reich der Riesenfische
Der Mekong steckt voller Wunder
Der Mekong ist mit etwa 4.500 Kilometern Länge der zehntgrößte Fluss der Welt. Sein Weg führt ihn von seiner Quelle im tibetischen Hochland bis zur Mündung ins Südchinesische Meer durch sechs Länder: China, Myanmar (Burma), Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam.
Jahreszeitliches Auf und Ab
Da der Fluss vor allem von Schmelzwasser und den saisonal auftretenden Monsunregen gespeist wird, ist er starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. In der Trockenzeit zwischen November und Mai kann der Pegel des Mekong bis zu 15 Meter absinken und der Fluss vier Fünftel seiner ursprünglichen Fläche einbüßen. Die Nebenflüsse trocknen dann zu unscheinbaren Rinnsalen aus.
Die im Fluss lebenden Tiere überdauern diese Periode in so genannten „Deep Pools“ – tiefen Rinnen, die bis zu 75 Meter tief sein können und sich über mehrere hundert Meter erstrecken. Während der Regenzeit wiederum führt der Mekong so viel Wasser, dass er weite Teile des Uferbereiches überflutet. Dadurch erhalten die Fische nicht nur größere Nahrungs- und Laichgebiete, sondern die Böden werden mit Nährstoffen versorgt. Diesen regelmäßigen Überflutungen hat die Region ihre hohe Fruchtbarkeit zu verdanken.
Asiens Garten Eden
Die Artenvielfalt des Mekong ist fast so gewaltig wie die des Amazonas. Es wird geschätzt, dass etwa 830 verschiedene Arten von Säugetieren, mindestens 2.800 Vogelarten sowie 900 Amphibien und Reptilien im gesamten Einzugsgebiet des Mekong vorkommen. Besonders wichtig für die etwa 60 Millionen Menschen dieser Region ist der Fischreichtum des Flusses, denn er stellt ihre Haupteiweißquelle dar. Unter den mindestens 1.300 Arten sind Besonderheiten wie der Mekong-Riesenwels oder die Riesenbarbe, die beide bis zu 300 Kilogramm schwer werden können. Sie sind jedoch beide vom Aussterben bedroht – ebenso wie der Irawadi-Delfin: Nur noch zwischen 80 und 100 Exemplare werden noch im Mekong vermutet.
Bedrohung durch den Fortschritt
Ausgerechnet lang anhaltenden politischen Unruhen in Indochina hat es der Mekong zu verdanken, dass er im Vergleich zu anderen großen Strömen Asiens bis jetzt noch als ökologisch relativ intakt gilt. Allerdings fordern das hohe Bevölkerungswachstum und eine florierende Wirtschaft auch dort inzwischen ihren Tribut. Wälder werden abgeholzt, wodurch Tiere wie der gefährdete Chinesische Tiger ihren Lebensraum verlieren und der Wasserhaushalt der Region verändert wird. Zahlreiche Staudämme wurden gebaut oder sind noch in Planung, um den wachsenden Energiehunger der Region zu stillen. Die Einleitung von ungeklärten Siedlungs- und Industrieabwässer verschmutzt den Fluss zunehmend.
Energiepolitik und nachhaltige Nutzung
In seinem „Living Mekong Programme“ versucht der WWF, Naturschutzziele mit einer nachhaltigen Entwicklung der Mekong-Region zu vereinen. Einen Schwerpunkt der Arbeit bildet die Energiepolitik. Dammbau-Projekte stellen eine der größten Gefahren für den Mekong dar. Der WWF bemüht sich deshalb darum, dass dabei die Empfehlungen der Weltstaudamm-Kommission Anwendung finden. Gleichzeitig sucht er nach alternativen Energiequellen, die weniger schädlich für das hydrologische Regime des Flusses sind.
Ein wichtiger Partner des WWF vor Ort ist die Mekong River Commission. In dieser Organisation bemühen sich Regierungsvertreter Kambodschas, Laos', Thailands und Vietnams gemeinsam um den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Mekong und seines Einzugsgebietes.
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Der Irawadi Delfin
Mekong: Mächtiger Strom in Asien
