Mehr Schutz für die Ostsee durch die Helsinki-Konvention (HELCOM)

- © WWF / Hans Ulrich Roesner
Der WWF setzt sich dafür ein, ein verträgliches Miteinander von Naturschutz und unvermeidbaren Nutzungen auf dem Meer zu finden – sei es zum Beispiel bei Umweltstandards für die Windkraft oder für den Bau von Energieleitungen. Das entscheidende internationale Umweltabkommen für die Ostsee ist die Helsinki-Konvention (HELCOM).
Bereits 1974 schlossen die Ostseeanrainer, damals noch unter völlig anderen politischen Rahmenbedingungen, eine der ersten Umweltkonventionen für ein Meer ab, die Helsinki-Konvention (HELCOM). 1992 wurde diese unter anderem um den Naturschutzaspekt erweitert. Seit 2004 hat sich die Rolle dieser staatlichen Zusammenarbeit nochmals geändert: Nun ist die Ostsee bis auf Russland ein EU-Meer und die meisten Umweltregelungen werden im Rahmen der Europäischen Union geregelt. Neben der Rolle als Verständigungsgremium innerhalb des Regionalmeeres Ostsee hat HELCOM aber auch eine wichtige Funktion als akzeptierter Partner für Russland.
Die HELCOM-Empfehlungen haben lange eine Vorreiter-Rolle für den Umwelt- und Naturschutz in Europa eingenommen, zum Beispiel bei der Einführung des Vorsorgeprinzips, hohen Standards bei der Abwasserreinigung oder einer so genannten „schwarzen Liste“ der in der Ostsee verbotenen Stoffe.
Auch für die Einführung von Meeresschutzgebieten war HELCOM Vorreiter. Ursprünglich vom WWF vorbereitet, haben die Staaten vor Jahren erstmals ein ostseeweites Schutzgebietssystem vorgeschlagen – die so genannten 62 „Baltic Sea Protected Areas“ mit den wichtigsten Schutzgebieten rund um das Meer.
Einen entscheidenden Makel jedoch haben die HELCOM-Empfehlungen: Sie sind, anders als andere EU-Verordnungen, nicht bindend für die Unterzeichner. Daher kann man die Staaten nicht zwingen, sie auch schnell umzusetzen.
Der Ostsee-Aktionsplan
Derzeit erarbeiten die HELCOM-Mitgliedstaaten einen Aktionsplan für die Sanierung der Ostsee. Hier arbeitet der WWF intensiv zu Themen wie Schutzgebiete, Schifffahrt, Eutrophierung und Schadstoffe mit, um die Staaten zu bewegen, wirksame Maßnahmen zu beschließen. Es wird jedoch auch darauf ankommen, dass die zuständigen Minister auf ihrer nächsten Sitzung im November 2007 das nötige Geld und den Willen dokumentieren, um die Nährstoffeinleitungen zu stoppen, Schadstoffe aus dem Meer zu entfernen, Lebensräume besser zu schützen und die Schifffahrt noch sicherer zu machen.
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WWF International: Safeguarding the treasures of the Baltic Sea
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