Naturschutz und Wassersport

Im Greifswalder Bodden im Einklang mit der Natur

© N. Warmbier
Angler im Einsatz. © N. Warmbier

Greifswalder Bodden und Strelasund sind europäisches Vogelschutzgebiet und Teil des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Seeadler, Kraniche, große Gänseschwärme, Meeresenten und viele Arten von Watvögeln leben hier oder finden sich zum Überwintern oder zur Rast in diesem Gebiet der Ostsee ein. Gleichzeitig befindet  sich hier auch ein beliebtes Angel- und Wassersportrevier. Kann das gut gehen? Ja, wenn Naturschützer, Angler, Segler, Kanuten, Surfer und Motorbootfahrer an einem Strang ziehen.

Vom Konflikt zur Kooperation: Boddenschutz an der Ostsee auf 750 Quadratkilometern

Auf Initiative des WWF wurden intensive Gespräche zwischen Wassersport- und Anglervereinen der Region sowie den zuständigen Behörden geführt, die freiwillige Vereinbarungen zur Nutzung des Gebietes erbracht haben. Darin haben sich Segler, Angler, Kanuten, Ruderer, der Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft, das Umweltministerium und der WWF auf gemeinsame Richtlinien zum Naturschutz geeinigt, um das Gewässer auf seiner Gesamtfläche von 750 Quadratkilometern zu schützen. Durch Tabuzonen und Beschränkungen für den Sportbootverkehr und Angelboote, Höchstgeschwindigkeiten für Boote und Mindestabstände zu ökologisch wertvollen Zonen werden zu, Beispiel die Nahrungs- und Rastgebiete von Zugvögeln aus Skandinavien und Osteuropa geschützt

WWF Info-Segeltour zur Naturschutz-Vereinbarung

Eine solche Vereinbarung kann nur funktionieren, wenn sich alle daran halten. Es reicht ein einziger Bootsfahrer, um Vogelschwärme aus einem wichtigen Nahrungsgebiet weiträumig zu vertreiben. Deshalb hat der WWF im Sommer 2006 eine Segeltour rund um Rügen organisiert, um Segler, Angler und Touristen über den Naturschutz im Greifswalder Bodden zu informieren. Darüber hinaus hat der WWF gemeinsam mit den beteiligten Verbänden und Vereinen ein Informationssystem eingerichtet. Mit Hilfe der Internetseite www.wassersport-im-bodden.de, Faltblättern, Postern, Schaukästen und dem Revierführer 'Boddenatlas' können sie sich über die Vereinbarungen informieren und gleichzeitig Interessantes und Wissenswertes zur Region finden.

Die freiwillige Vereinbarung läuft Ende 2007 aus. WWF, Angler- und Wassersportverbände sowie das Umweltministerium wollen die Regelung danach möglichst dauerhaft umsetzen. Das Zusammenspiel aller Interessengruppen im Greifswalder Bodden hat Modellcharakter. Das zeigen auch die zahlreichen Anfragen aus anderen Regionen, in denen ähnliche Vereinbarungen diskutiert werden. Die Behörden erarbeiten derzeit für das Natura 2000-Gebiet einen Managementplan, in den die Vereinbarung zwischen Naturschützern und Wassersportlern einfließen soll. Damit bekämen die freiwilligen Regeln einen rechtlich verbindlichen Charakter.

Weitere Informationen

Wassersport im Bodden