
- Sabinyo Vulkan im Virunga-Nationalpark. © Martin Harvey / WWF-Canon
Der Virunga Nationalpark
Die Virunga-Vulkane umfassen eine Kette von acht Vulkanen, die im Osten der Demokratischen Republik Kongo an der Grenze zu Ruanda und Uganda liegen und sich entlang des zentralafrikanischen Grabenbruchs erstrecken. Die Vulkankette ist mit tropischem Bergregenwald bedeckt. Bereits 1925 wurde der Virunga Nationalpark gegründet, der nicht nur der älteste Nationalpark Afrikas ist, sondern auch zu den artenreichsten Regionen dieses Kontinents zählt. Die Virungaberge sind Heimat der vom Aussterben bedrohten Berggorillas: Etwa ein Fünftel (ca. 150 Tiere) der Gesamtpopulation von 700 Individuen lebt im südlichen Teil des Virunga-Nationalparks.

- Flüchtlingslager. © Bruno Hugen / WWF
Ein Nationalpark wird verheizt
Das Schutzgebiet liegt in einer krisengeplagten und politisch instabilen Region. Flüchtlingsströme haben die Bevölkerungsdichte in der Region drastisch erhöht. Auch der Druck auf die natürlichen Ressourcen ist dramatisch angestiegen. Es wird deutlich mehr Feuerholz und Holzkohle benötigt als auf natürliche Weise nachwachsen kann, denn der größte Teil der Bevölkerung ist von Holz als primäre Energiequelle abhängig. Die flächendeckende Entwaldung und der illegale Holzeinschlag macht auch vor den Grenzen zum Virunga Nationalpark keinen Halt. Die Lösung des Energieproblems ist eine der wichtigsten Herausforderungen für den WWF, der bereits seit über 20 Jahren in dieser Region aktiv ist.
Energiesparkocher und Energiewälder retten die Heimat der Berggorillas

- Energiesparkocher / Berggorillas. © Martin Harvey / WWF-Canon
Zusammen mit der urbanen Bevölkerung Gomas und insbesondere durch Einbeziehung lokaler Frauengruppen konnte der WWF zusammen mit lokalen Handwerkern neue, verbesserte Öfen, die für die Verwendung von Holz, aber auch Holzkohle genutzt werden können, entwickeln. Die verbesserten Öfen haben gegenüber traditionellen Kochstellen eine gesteigerte Energieeffizienz und können somit bis zu 30 Prozent Brennmaterial einsparen.
Damit die Kocher zu einem konkurrenzfähigen und marktüblichen Preis angeboten werden können, werden sie vom WWF subventioniert. Außerdem werden die Produzenten der Öfen mit Mikrokrediten unterstützt. Mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit wird die Bevölkerung zudem auf die Vorteile der verbesserten Öfen aufmerksam gemacht. Nicht nur die Natur profitiert von den Energiesparkochern, sondern auch die Bevölkerung, denn durch den verringerten Bedarf an Brennmaterial verringern sich auch die Ausgaben für Feuerholz oder Holzkohle.
Langfristig soll der Bedarf an Holz und Holzkohle aus regional ausgewiesenen Energiewäldern befriedigt werden. Nur so kann der Druck auf den Virunga Nationalpark nachhaltig verringert werden. Aus diesem Grund legen lokale Bauern mit Hilfe des WWF Plantagen mit schnell wachsenden Baumarten an. Bis jedoch der gesamte Bedarf an Brennmaterial für diese Region aus den Plantagen gedeckt werden kann, vergehen noch mindestens zehn Jahre. Deshalb ist es von großer Bedeutung, gleichzeitig auch den Verbrauch an Holz und Holzkohle mit Hilfe der Energiesparkocher zu senken.
Ausblick
Auch wenn sich die Situation in der Demokratischen Republik Kongo seit den Unruhen im Jahr 2008 verbessert hat, so bleibt sie doch gerade in der Region um den Süden des Virunga Nationalparks, dort, wo die Berggorillas leben und der Schwerpunkt der WWF Aktivitäten liegt, weiterhin angespannt. Deshalb ist es wichtig gerade jetzt die Naturschutzmaßnahmen im Ostkongo zu verstärken und insbesondere langfristige und nachhaltige Strategien umzusetzen.

- © Martin Harvey / WWF-Canon
Weitere Informationen
Die Region
Projektblatt
Der Virunga-Nationalpark: Den Lebensraum der Berggorillas sichern
Naturschutz im Krisengebiet
Ein Interview mit dem Biologen Marc Languy, der für das WWF-Programmbüro in Nairobi arbeitet.
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Berggorillas
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