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Rettet die Bären!

03. September 2008

 

Frankfurt: Die Firma Bärenmarke entfernt die Bären aus ihrem Logo, um auf die dramatische Lage der Alpen-Bären aufmerksam zu machen. / Udo Walz unterstützt WWF-Bärenaktion.

 

Seit 1912 sind die Bären ein fester Bestandteil des Logos der Firma Bärenmarke. Nun verschwinden die Tiere für einen Monat von den Bärenmarke-Milchverpackungen. Mit dieser außergewöhnlichen „No Logo-Kampagne“ will Bärenmarke auf den Schwund der Braunbären in den deutschsprachigen Alpen aufmerksam machen. Dort leben derzeit nur noch zwei Bärenmännchen. Das Unternehmen will Verbraucher animieren, unter http://www.rettet-die-baeren.de/ für das Bärenschutzprojekt des WWF aktiv zu werden und für die Wiederansiedlung von Bären zu stimmen. Zugleich ist der Bärenmarke-Bär, das Werbemaskottchen der Firma, im September auf Städtetour durch Deutschland. Gegen eine Spende ist er symbolisch für Arbeiten wie Kellnern, Gärtnern oder Fensterputzen buchbar – von Privatpersonen ebenso wie von Firmen. Das so eingenommene Geld fließt direkt in das WWF-Bärenprojekt.

 

Christoph Walder, Leiter des WWF-Projekts: „Den Schutz der Alpenbären kann nicht ein Land alleine bewerkstelligen. Deshalb freuen wir uns über die Hilfe aus Deutschland, zumal wir in Österreich im Moment gegen das zweite Aussterben der Braunbären ankämpfen.“ Der WWF fordert, in den kommenden drei Jahren zehn Braunbären in Niederösterreich, der Steiermark und in Oberösterreich auszuwildern. Die überwiegende Mehrheit der Österreicher - 71 Prozent - würde dies laut einer repräsentativen Umfrage begrüßen. Im Herbst entscheiden Politiker und Interessenverbände darüber, ob die Bären in Österreich wieder Fuß fassen können. Bislang hat sich nur Oberösterreich dafür ausgesprochen.

 

Die Ansiedlung von Bären in der Alpenrepublik war bereits einmal erfolgreich. Nach der selbstständigen Zuwanderung des „Ötscherbären“ 1972 hatte der WWF zwischen 1989 und 1993 drei slowenische Bären in Österreich angesiedelt. Im Laufe der Jahre wurden 31 Bären in Österreich geboren. Von den ehemals insgesamt 35 Braunbären können heute nur noch der 19jährige „Djuro“ und sein sieben Jahre alter Sohn „Moritz“ wissenschaftlich nachgewiesen werden. Insgesamt 23 Bären, darunter viele Weibchen, sind verschwunden. Die Kriminalpolizei ermittelt und hat bereits erste Erfolge zu verbuchen: Im Dezember 2007 stieß sie im Keller eines verstorbenen Jägers auf ein ausgestopftes österreichisches Bärenweibchen.

 

In Österreich leben damit die letzten beiden Braunbären des deutschsprachigen Alpenraums. Um ein Aussterben zu verhindern, ruft der WWF Deutschland zu einer Unterschriftenaktion auf, die sich an den österreichischen Bundesumweltminister und die Landeshauptleute der österreichischen Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark richtet. Sie entscheiden in diesem Herbst mit darüber, ob Bärenweibchen nach Österreich gebracht werden. Prominente Erstunterzeichner sind der Berliner Star-Friseur Udo Walz und sein frisch angetrauter Gatte, Carsten Thamm-Walz. 

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