Content Section

Schlaue Netze für Deutsche Fischer

19. Mai 2009

WWF fordert breites Bündnis für umweltschonende und zukunftsfähige Fischerei.

 

Hamburg - Schwindende Fischressourcen und immer engere, politische Rahmenbedingungen bedrohen nach Einschätzung der Umweltstiftung WWF die deutsche Fischerei in ihrer Existenz. Zudem soll auf dem für Deutschland besonders bedeutenden niederländischen Markt ab 2011 nur noch nachhaltig zertifizierter Fisch verkauft werden. Auch in der Bundesrepublik haben Unternehmen reagiert und wie die Handelskette EDEKA eine Umstellung ihres Fischsortiments beschlossen. Doch auf die neuen Herausforderungen sei die deutsche Fischerei nicht ausreichend vorbereitet, befürchtet der WWF. Nachhaltige Fangmethoden müssten beispielsweise stärker als bisher zum Einsatz kommen. „Der WWF sieht sich als ein Partner für eine nachhaltige Fischindustrie und kann den Fischern bei den anstehenden Reformen zur Seite stehen“, sagt WWF-Referentin Karoline Schacht. Als ersten Schritt stellt die Umweltstiftung einen Katalog mit umweltschonenden und Beifang reduzierenden Fangmethoden vor, die andernorts bereits erfolgreich eingesetzt werden.  

 

Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Plattfischfischerei, die besonders viel Beifang produziert und einen enormen technischen Nachholbedarf aufweise, so der WWF. „Scholle, Seezunge und andere können deutlich umweltschonender gefangen werden“, sagt Karoline Schacht. „Die qualitativen Verbesserungen in der Fischereitechnik müssen nun auf breiter Basis zur Anwendung kommen.“ Ein gutes Beispiel sei die Möglichkeit, beim Schollenfang auf Wasserstrahltechnik statt auf schwere Scheuchketten zurückzugreifen.  

 

Zum Ende der Beifang-Kampagne des WWF sprach sich Fischereiexpertin Schacht ausdrücklich dafür aus, mit der Veröffentlichung des Katalogs in eine Phase der verstärkten Zusammenarbeit mit der deutschen Fischerei zu starten. „In anderen Ländern, wie etwa den Niederlanden oder Großbritannien, arbeitet der WWF intensiv und erfolgreich mit der Fischerei zusammen“, sagt Karoline Schacht. Sie hoffe, dass dies auch bald in Deutschland möglich sei. „Umweltschutz ist nicht Gegner, sondern Verbündeter auf dem Weg zu einer  zukunftsfähigen und nachhaltigen Fischerei.“ Als dringend notwendige Reaktion auf die anstehenden Herausforderungen fordert der WWF ein breites Bündnis aus Politik, Wissenschaft, Umweltverbänden, Handel und Fischereien. 

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken