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Schlechte Klimanoten für G8-Staaten

04. Juni 2007

WWF Report bewertet Energiepolitik der G8+5-Staaten

 

Berlin - Die Energiepolitik der G8-Staaten ist nach wie vor mangelhaft. Zu diesem Ergebnis kommt ein gemeinsamer Report des WWF und der Allianz SE, der die Energiepolitik der G8+5-Staaten vergleicht und bewertet. Das Ergebnis sei insgesamt besorgniserregend. „Deutschland, Großbritannien und Frankreich schneiden bei dem Vergleich zwar noch am besten ab, aber hier müssen dringend zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, sonst wird der Ausstoß an Treibhausgasen in den kommenden Jahren wieder ansteigen,“ so Matthias Kopp, Klimaexperte beim WWF Deutschland.  

 

Ganz schlecht schnitten die USA und Kanada ab. In beiden Ländern liegt der jährliche CO2-Ausstoß pro Kopf mit rund 24 Tonnen pro Kopf rund doppelt so hoch wie in den anderen Industrieländern, und die Emissionen steigen weiter stark an. Angesichts der aktuellen Klimapolitik ist nach Einschätzung des WWF keine Änderung zu erwarten. Kanada werde beispielsweise mit seiner geplanten Ausbeutung der Ölsandvorkommen die CO2-Bilanz des Landes stark verdüstern.  

 

Die deutsche Bewertung zeigt ein uneinheitliches Bild. Zwar konnte Deutschland beim WWF-Ranking mit einer relativ hohen Energieeffizienz und durch Zuwächse beim Ausbau der erneuerbaren Energiequellen punkten, negativ schlug aber der hohe Anteil der Kohle bei der Stromerzeugung zu Buche. „Auf den ersten Blick scheint Deutschland in etwa auf Kyoto-Kurs zu sein“, erkennt Matthias Kopp an, „seit dem Jahr 2000 stagnieren in den kritischen Sektoren wie Stromerzeugung allerdings die Emissionen – substantielle Reduktionen sind nicht zu sehen“. Auch Großbritannien und Frankreich liegen bei der Erfüllung ihrer Vorgaben des Kyoto-Protokolls einigermaßen im Plan. Doch auch hier deuten die neuesten Emissionsdaten auf einen wachsenden Ausstoß von Treibhausgasen hin. Italien, Japan und Russland landeten bei der Bewertung im Mittelfeld.  

 

Der WWF nahm außerdem die Klimapolitik der fünf Schwellenländer, Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika unter die Lupe. Hier zeigen sich unterschiedliche Probleme, von der Abholzung bis hin zu Methanemissionen durch den Reisanbau. Auffällig ist die oft geringe Energieeffizienz. Zwar sind die Pro-Kopf-Emissionen in Ländern wie China und Indien mit fünf bzw. zwei Tonnen pro Jahr noch vergleichsweise niedrig, die große Bevölkerung und wachsende Wirtschaft in diesen Ländern erhöht allerdings deren Bedeutung für den weltweiten Klimaschutz.  

 

Der Vergleich zeige, dass die Staatengemeinschaft weit davon entfernt sei, die Klimaproblematik in den Griff zu bekommen. Der WWF fordert vom G8-Gipfel ein klares Bekenntnis den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten. Hierzu seien eine Reduzierungen der globalen Treibhausgasemissionen um 50 Prozent bis zur Mitte des Jahrhunderts nötig. Der WWF kritisiert die Haltung der USA und Kanadas: „Die Taktik beider Regierungen, auf dem G8-Gipfel Fortschritte im internationalen Klimaschutz systematisch zu blockieren, ist unverantwortlich.“   

 

Das jetzt vorgelegte WWF-Ranking basiert auf zehn Kriterien, um die G8 Länder bezüglich aktueller und erwarteter Treibhausgas-Emissionen zu vergleichen. Bewertet wurde, wie effektiv die verschiedenen Regierungen auf die Bedrohungen des Klimawandels reagieren. Für den Vergleich wurden unter anderem die Kriterien Stromerzeugung, Einsatz erneuerbarer Energien sowie der Ausstoß von Industrie, Verkehr und Privathaushalten berücksichtigt.

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