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DER WWF ZENSIERT NICHT

Wie der WWF seine Persönlichkeitsrechte wahrt

Der WWF ist gegen jede Form von Zensur. Schon aus Eigeninteresse verteidigen wir die Meinungsfreiheit. Denn gerade eine Organisation wie der WWF, die häufig als Gegenspieler mächtiger Interessengruppen auftritt, ist auf den demokratischen Rechtsstaat angewiesen. Zu einem funktionierenden Rechtsstaat gehört jedoch ebenso, dass Persönlichkeitsrechte geschützt werden. Ob Prominente, Organisationen, oder ganz normale Bürger - niemand muss es hinnehmen, dass Unwahrheiten über sie oder ihn verbreitet werden. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, falsche und ehrverletzende Behauptungen aufstellen zu können.


Doch genau dies ist beim "Schwarzbuch WWF" geschehen. Das Buch enthält zahlreiche falsche Vorwürfe. Der Weg vor ein Gericht war nicht unsere erste Wahl. Doch die Verlagsgruppe Random House war leider weder vor noch nach Erscheinen des Buchs zu einem Dialog bereit. Daher gehen wir nun juristisch gegen die falschen Anschuldigungen vor. 

Gesprächsangebot an das Gütersloher Verlagshaus

Das Team des WWF kommuniziert offen und transparent. © WWF

Wir haben den Leiter des Gütersloher Verlagshauses (Teil der Random House-Gruppe) nach Lektüre der Verlagsankündigung des Buches, aber vor Veröffentlichung des Buches, am 17. Februar 2012 um ein persönliches Gespräch gebeten. Dieses Dialogangebot wurde von Seiten des Verlags abgelehnt.


Der WWF hat dem Verlag ein Gesprächsangebot unterbreitet und auf falsche Tatsachenbehauptungen des Buchautors in dem von ihm produzierten Film "Der Pakt mit dem Panda" hingewiesen, auf dem das Buch in wesentlichen Teilen basiert. Inwieweit dies als massiver Druck, der von Seiten des WWF ausgeübt worden sei, bewertet werden kann, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Einstweilige Verfügungen des Landgerichtes Köln

Das Landgericht Köln hat einstweilig verfügt, dass zahlreiche falsche Tatsachenbehauptungen des Films "Der Pakt mit dem Panda", auf dem das "Schwarzbuch WWF" in wesentlichen Teilen basiert, nicht mehr verbreitet werden dürfen. Uns ist bewusst, dass eine einstweilige Verfügung noch kein endgültiges Urteil ist. Die Entscheidung des Gerichts zeigt jedoch, dass die vom WWF angeführten Belege nachvollziehbar und plausibel sind. 

Hier im Detail die Auseinandersetzung:

Juni 2011:
Die ARD strahlt den Film “Der Pakt mit dem Panda” aus.

 

November 2011:
Wir erfahren, dass die Random House-Gruppe ein Buch plant, dessen Grundlage der Film “Der Pakt mit dem Panda” ist.

 

17. Februar 2012: 
Gesprächsangebot von Marco Vollmar (Mitglied der Geschäftsleitung des WWF) an die Verlagsleitung des Gütersloher Verlagshauses. Dieses Dialogangebot wird von Seiten des Verlags abgelehnt.

 

27. März 2012:
Der WDR strahlt eine Zweitfassung des Films “Der Pakt mit dem Panda” aus. Die gekürzte TV-Dokumentation erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen den WWF.

 

4. April 2012:
Der SWR strahlt eine 45-Minuten-Fassung des Films “Der Pakt mit dem Panda” aus.

 

18. April 2012:
Das Landgericht Köln ordnet an, dass der WDR - der Produzent des Films “Der Pakt mit dem Panda” - einstweilig nicht mehr behaupten und weiterverbreiten darf, dass der WWF sich in der Krise befinde, mit Zustimmung des WWF auf einer Plantage nur 80 Hektar Wald als 'Restwäldchen' erhalten geblieben seien und dass sich der WWF auf die Seite von Monsanto geschlagen habe.

 

14. Mai 2012:
Das Landgericht Köln ordnet in einer zweiten einstweiligen Verfügung an, dass der WDR nicht behaupten und weiterverbreiten darf, die argentinische Chaco-Savanne wäre mit Zustimmung des WWF gerodet worden.

 

23. Mai 2012:
Das Landgericht Köln erwirkt gegen den SWR eine einstweilige Verfügung. Der Sender darf nicht behaupten, dass der WWF mit dem Palmölkonzern Wilmar kooperiere oder sich auf die Seite der Gentechnik-Firma Monsanto geschlagen habe.

Ebenfalls unzulässig sind die Aussagen, wonach der WWF „Honorare für das Grünwaschen einer zerstörerischen Produktion“ nehme und die massive Expansion des Sojaanbaus in Südamerika unterstütze.

Auch den Vorwurf, auf einer indonesischen Plantage seien (mit Zustimmung des WWF, wie suggeriert wird) nur 0,5 Prozent des ursprünglichen Waldes erhalten geblieben, identifizierte das Gericht als falsche Tatsachenbehauptung.

Und schließlich ist es dem SWR untersagt zu erklären, das Stammesgebiet der Kanume sei von einer geplanten Palmölplantage bedroht und die Zeit des Volksstamms sei abgelaufen.

 

Damit sind bis auf weiteres nahezu sämtliche Kernbehauptungen des Films untersagt. Zum Buch gibt es bisher keine gerichtliche Entscheidung. Der WWF hat für zehn falsche Tatsachenbehauptungen einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt.

Kritik nehmen wir ernst

Fest steht: Wir haben nichts zu verbergen. Kritik nehmen wir ernst, denn nur durch konsequente Optimierung unserer Arbeit können wir wirksam Umwelt und Natur schützen.Wir kommunizieren offen und transparent. Im Tagebuch unserer Kommunikation informieren seit einigen Monaten über alle wesentliche Schritte unserer Auseinandersetzung.

  • Siehe hierzu:
  • "Schwarzbuch WWF" - Tagebuch unserer Kommunikation
  • bzw.
  • "Der Pakt mit dem Panda" - Tagebuch unserer Kommunikation

Jeder ist eingeladen mit uns in den kritischen Diskurs zu treten. Jeder kann sich über unsere Arbeit und unsere Projekte ein Bild machen.

  • Bezüglich des Filmes findet man unsere Argumente hier:
  • WWF informiert

Wir setzen uns seit 50 Jahren für Umwelt- und Naturschutz ein. Im Laufe unserer Geschichte konnten wir weltweit viele Erfolge verzeichnen. Aber wir sind noch lange nicht am Ziel unserer Arbeit. Der Druck auf unseren Planet steigt täglich. Der Mensch beutet die natürlichen Ressourcen der Erde gnadenlos aus. Immer mehr verdrängt er Tiere und Pflanzen und breitet sich in ihren Lebensräumen aus. Die Natur dabei zu bewahren ist nicht immer einfach. Wir arbeiten jeden Tag daran, dass wir unserem Ziel näher kommen. Unsere Mission ist es die biologische Vielfalt zu bewahren, erneuerbare Ressourcen nachhaltig zu nutzen und die Umweltverschmutzung zu verringern.

Der Streisand-Effekt

Eine Sache sei noch erwähnt: Dass wir dem Buch leider indirekt erhöhte Aufmerksamkeit verschaffen, ist uns natürlich bewusst. Doch letztlich stellt sich diese Frage schon aus folgendem Grund für uns nicht:

 

Unsere über 435.000 Förderer, unsere Partner und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland erwarten vom WWF, dass wir uns gegen falsche Tatsachenbehauptungen wehren.

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