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Sich nicht aufs Glatteis führen lassen

19. April 2007

WWF legt Ergebnis seiner Unternehmensbefragung zur Beschaffung von Holz und FSC-Verbrauchertipp vor

 

Frankfurt, 19. April 2007: Wie genau nimmt es die deutsche Holzbranche mit der verantwortungsvollen Beschaffung ihrer Produkte und mit dem weltweiten Tropenholzhandel? Dazu befragte der WWF in diesem Frühjahr bereits zum fünften Mal hintereinander rund 260 Unternehmen. Das Ergebnis zeigt, dass sich einige der großen Baumärkte und Versandhändler darum bemühen, Holz aus Raubbau und illegalen Quellen auszuschließen und stattdessen verstärkt FSC-zertifizierte Ware aus verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung anzubieten. Doch bei der Befragung blieb wie auch schon in den Jahren zuvor ein bitterer Nachgeschmack: Erneut hatte der Gesamtverband des deutschen  Holzhandels (GdH) seine Mitglieder dazu aufgerufen die WWF-Umfrage zu boykottieren.

 

Johannes Zahnen, WWF-Waldexperte: „Der Holzhandelsverband GdH diskutiert derzeit über eine Selbstverpflichtung gegen illegalen Holzeinschlag. Wir gehen davon aus, dass damit ausschließlich der politische und gesellschaftliche Druck entschärft werden soll, ohne dass konkrete Taten folgen. Aber selbst diese vermeintliche Goodwill-Aktion geht vielen Importeuren schon zu weit: Sie befürchten eine Schlechterstellung am Markt, wenn sie sich von zweifelhaften Holzquellen fernhalten.“ Die Praktiken der Holzhändler zeigten, wie wichtig es ist, dass die Kunden durch gezieltes Nachfragen nach dem FSC-Zertifikat den Druck auf den Holzhandel erhöhen. Johannes Zahnen: „Man darf sich im Möbelhaus oder Baumarkt nicht mit vagen Aussagen abspeisen lassen, sondern sollte sich ruhig eine Kopie des FSC-Zertifikats zeigen lassen. Im Zweifelsfall hilft der WWF gerne dieses zu überprüfen.“ Das Logo des FSC (Forest Stewardship Council) steht nach Einschätzung des WWF für das derzeit einzige internationale Zertifizierungssystem, das eine umweltverträgliche, wirtschaftlich tragfähige und sozial verantwortliche Waldbewirtschaftung garantiert und die Verwendung von illegal geschlagenem Holz ausschließt.

 

Der Holzhandelsexperte Johannes Zahnen hat schon manche Irreführung der Verbraucher erlebt: So musste beispielsweise das Handelsunternehmen Mann Mobilia im vergangenen Jahr Gartenmöbel zurücknehmen, weil einem umweltbewussten Kunden auch nach mehreren Wochen das versprochene FSC-Zertifikat nicht vorgelegt werden konnte. Auf Nachfrage des WWF reagierte das Unternehmen nicht. Ein anderes Negativbeispiel wurde dem WWF erst kürzlich bekannt: Der Parketthändler Hinterseer gab einem Tischler auf dessen Anfrage hin die Auskunft, dass das Holz „durchaus den Richtlinien des WWF entspreche“. Zahnen: „Leider entsprach das in diesem Fall nicht den Tatsachen.“

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