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Sorge um österreichische Bären

04. April 2007

WWF: Geplante Besenderung soll Informationen über Verbleib der Jungbären geben

 

Frankfurt - Wegen der ungewöhnlich milden Temperaturen haben einige der Braunbären in Österreich im vergangenen Winter auf ihre gewohnte Winterruhe verzichtet. So befand sich der sechsjährige „Moritz“ beinahe durchgehend auf Nahrungssuche in den Wäldern Oberösterreichs. Doch nicht die Klimawandel bedingten Wetterkapriolen machen den Petzen zu schaffen. „Was uns beim WWF große Sorge bereitet ist, dass es derzeit viel zu wenige Jungbären gibt. Wenn dieser Trend anhält, wird es schon bald keine Bären mehr in Österreich geben“, erklärt WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. Deshalb soll nun die Überwachung der Braunbären verstärkt werden, um aufschlussreiche Daten über Zustand und Verhalten der Tiere zu erhalten und das ungeklärte Verschwinden des Bärennachwuchses in der Vergangenheit aufzuklären.  

 

Die heimischen Bären pflanzen sich nachweislich fort: Seit Beginn des Wiederansiedlungsprojekts des WWF im Jahr 1989 wurden 31 Tiere in Österreich geboren. Leider sind in den letzten Jahren mindestens 14 Bären verschwunden. Von den insgesamt rund 30 vom WWF in all diesen Jahren begleiteten Bären sind aktuell nur noch fünf tatsächlich genetisch nachweisbar. Eine Besenderung - vor allem der Jungbären – wäre eine geeignete Möglichkeit, eine bessere Erforschung und Überwachung der Bären zu gewährleisten.  

 

Doch nicht nur die Anzahl der Jungtiere ist für die langfristige Sicherung einer lebensfähigen Bärenpopulation ausschlaggebend. Auch große und zusammenhängende Gebiete, wie sie die ehemalige Nord-Süd-Wanderroute von Slowenien über den Süden Österreichs bis nach Süddeutschland bot, müssen wieder zugänglich gemacht werden. Die Schaffung und Sicherung dieser Wanderkorridore, etwa durch Grünbrücken über Autobahnen und Schnellstraßen, ermöglichen es den Bären, ausreichend Nahrung und Fortpflanzungspartner zu finden.  

 

Das Wildtier Bär unterliegt den strengen Schutzkriterien der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie und ist in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz sowie in Österreich zusätzlich in den Jagd- bzw. den Naturschutzgesetzen der Länder geschützt. „Es liegt daher letztendlich auch in der Verantwortung der Behörden, sich für eine sichere Zukunft der heimischen Bären einzusetzen“, so Homes. “Gerade angesichts der äußerst sensiblen, kleinen Population in Österreich bedarf es einer Fortsetzung der engen und guten Zusammenarbeit all jener, die sich für den Schutz des Bären engagieren.“

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