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Stand: 04.01.2016

200 Chancen für unsere Erde

Auf den ersten Blick hat der tropische Regenwald Amazoniens mit den Laub- und Nadelwäldern des Amur-Beckens sowie der Meeresregion Chiloé-Corcovado nicht viel gemein. Doch alle drei Gebiete gehören zu den wichtigsten Ökosystemen unserer Erde – gerade wegen ihrer Unterschiedlichkeit.

Zusammen mit führenden Wissenschaftlern hat der WWF über 200 Gebiete ausgewählt, die eines gemeinsam haben: Sie sind von größter ökologischer Bedeutung. Die Global 200 repräsentieren den überwiegenden Teil der biologischen Vielfalt unseres Planeten. Gelingt es uns, diese Regionen zu bewahren, haben wir eine gute Chance, rund 90 Prozent aller heute existierenden Tier- und Pflanzenarten zu retten.

Amazonas, Amur-Region und Chiloé-Corcovado: Drei der wichtigsten Ökosysteme unserer Erde

So weist der Amazonas-Regenwald in Brasilien einen Artenreichtum auf wie kein anderes Ökosystem unserer Erde. Auf einer Fläche, die fast 15 Mal so groß wie Deutschland ist, gedeihen unzählige Arten wie der Jaguar, der Ara oder die Riesenschlange Anaconda.

In den riesigen Laub-Nadel-Mischwäldern der Amur-Region, welche sich vom Russischen Fernen Osten über das nördliche China bis in die östliche Mongolei erstreckt und vom Amur-Fluss durchschnitten wird, wachsen rund 400 Baum- und Straucharten. Wildkatzen wie der Amur-Tiger und der Amur-Leopard finden hier ihre Heimat.

Die Meeresregion Chiloé-Corcovado vor der südlichen Küste Chiles beherbergt neben Kaltwasserkorallen und zahlreichen Fischarten mehr als 50 Meeressäugetierarten, darunter den Blauwal, den Südamerikanische Seebär und seltene Delfine.

Hier entscheidet sich alles

Die vielfältigen Global 200 teilen sich nicht nur ihre herausragende ökologische Bedeutung, sondern leider auch ihre massive Bedrohung durch menschliche Eingriffe. Für sämtliche Schlüsselregionen gilt: Der Lebensraum unersetzlicher Tier- und Pflanzenarten schwindet dramatisch! 

Maßnahmen am Amazonas und in der Amur-Region

Um die Vielfalt unseres Planeten zu erhalten, richtet der WWF weltweit Schutzräume für bedrohte Arten ein. So auch rund um den Fluss Amazonas in Brasilien: Aufgrund aktueller geplanter Verfassungsänderungen ist es hier besonders wichtig, bisherige Naturschutzerfolge zu sichern und die Rechte der indigenen Bevölkerung durchzusetzen. Unser Fokus richtet sich dabei auf den Juruena-Nationalpark, der zu dem Schutzgebietsmosaik „Amazonia Meridional“ gehört, das mit einer Fläche von sieben Millionen Hektar so groß ist wie Bayern. Die Naturschutzarbeit vor Ort wird begleitet von Lobbyarbeit und politischem Engagement: So organisieren wir Anhörungen von Indigenen-Vertretern im Parlament und haben an einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne mitgewirkt.

In der Amur-Region brachte die Zählung der Amur-Tiger positive Nachrichten: Der Bestand der Tiger ist von 450 Tieren im Jahr 2005 auf bis zu 540 im Februar 2015 angestiegen. Diese Nachricht bestärkt den WWF, dass die Projektarbeit mit der Ausweisung von Schutzgebieten, der Ausbildung und Ausrüstung von Wildhütern sowie der Etablierung alternativer Einkommensquellen für die Bevölkerung lohnt! Bis 2020 wollen wir erreichen, dass 25 Prozent des gesamten Tiger-Lebensraumes unter Schutz stehen.

Schutzgebiete vor Chile

Im Jahr 2003 war der Golf von Corcovado Schauplatz einer großartigen Wiederentdeckung: Direkt vor der Küste wurden Blauwale gesichtet. Um ihren Lebensraum vor der Südküste Chiles noch besser schützen zu können, verstärken wir unsere Monitoring-Arbeit und erforschen die Tiere mittels Besenderungen. So zuletzt im April 2015: Das Verhalten und die Wanderwege von sieben Tieren konnten wir über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten verfolgen. Die Erkenntnisse wollen wir nutzen, um Regelungen für den Schiffsverkehr zu definieren und um weitere Schutzgebiete zu planen und auszuweisen. 

Aus lokal wird global

Im Kampf um die Artenvielfalt müssen wir immer die Verkettung der natürlichen Ressourcen beachten: So wirkt sich das Sterben des Regenwalds weltweit auf das Klima aus. Deshalb setzt die Global 200 Initiative, wie ihr Name schon sagt, rund um den Globus an vielen Stellen an. Aus einzelnen regionalen Projekten entsteht ein weltumspannendes Rettungsnetz – damit unsere Natur auch künftig in unendlicher Vielfalt lebt, wächst und gedeiht.

Protectoren für die Global 200

Unsere Arbeit für die Global 200 Regionen ist anspruchsvoll – und das auch in finanzieller Hinsicht. Dabei helfen uns vor allem unsere Protectoren mit ihrer besonders großzügigen und regelmäßigen Spende.

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