Die Evolution brauchte viele Jahrmillionen, um die heutigen Nashörner hervorzubringen. Der Mensch schaffte es in nur wenigen Jahrzehnten, diese urtümlichen Tiere an den Rand der Ausrottung zu treiben. Der WWF führt seit seiner Gründung im Jahr 1961 einen zähen Kampf um das Schicksal und die Zukunft dieser faszinierenden Tiere. Obwohl einige Erfolge zum Schutz der Nashörner erzielt wurden, kann noch keine Entwarnung gegeben werden.
Durch Zerstörung ihres Lebensraumes und durch Bejagung, die insbesondere aufgrund der Nachfrage nach Nashornpräparaten stattfand, verschwanden die beiden afrikanischen Nashorn-Arten aus großen Teilen ihrer ehemaligen Verbreitungsgebiete. Auch heute noch ist das Horn der sanften Dickhäuter in der traditionellen ostasiatischen Medizin sehr begehrt und für ein Kilogramm Nashornsubstanz werden auf dem Schwarzmarkt Höchstpreise geboten.
Zum Erhalt der Breit- und Spitzmaulnashörner im Süden Afrikas hat der WWF ein „Afrikanisches Nashornprogramm“ gegründet, um technische und finanzielle Unterstützung gezielt für den Nashornschutz einzusetzen. Die Hauptbedrohung für die Nashorn-Arten ist die geringe Vernetzung der vorhandenen Lebensräume. Dies macht den genetischen Austausch zwischen den kleinen Nashornpopulationen schwierig. Dank des erfolgreichen Schutzgebietsmanagements im Pilanesberg Nationalpark sowie des Madikwe Wildreservats in Südafrika nehmen die Nashornbestände dort zu. Diese können als Gründer für neue Populationen dienen und werden dazu aus dem Nationalpark in andere Gebiete umgesiedelt. Zur Überwachung der Schutzgebiete und der Erforschung der Tiere benötigen wir finanzielle Mittel.
Ganz besonders dringend sind Maßnahmen zum Schutz der kleinen Nashorn-Population in Sabah auf der Insel Borneo. Höchstens 50 Nashörner leben verstreut im malaysischen Bundesstatt Sabah. Genau hier unterstützen wir nun den Aufbau und die Betreuung eines Nashornzentrums. Auf einer Fläche von 120.000 Hektar bietet das Wildreservat bereits Platz für 15 Borneonashörner. Um diesen kleinen Bestand an Nashörnern zu erweitern, werden aus anderen Teilen Borneos einzelne Tiere in das Wildreservat gebracht. Der genetische Austausch soll dafür sorgen, dass in einigen Jahren eine gesunde, stabile Nashornpopulation entsteht und die Tiere wieder in geeignete Gebiete ausgesiedelt werden können.

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